Achtung AGG! Häufig rechtswidrige Formulierungen in Stellenanzeigen

2018-11-29T08:21:04+00:00

AGG bei Stellenausschreibungen

AGG bei Stellenausschreibungen

AGG bei Stellenausschreibungen: Rechtswidrige Formulierungen in Stellenanzeigen

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz – kurz AGG – dient dem Zweck, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern. So weit, so klar.

Doch was bedeutet das konkret, z. B. bei der Formulierung einer Stellenanzeige? Auch 17 Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes scheint das vielen Personalern unklar zu sein. Denn immer noch finden sich in zahlreichen Stellenausschreibungen Begriffe und Satzteile, die rechtlich bedenklich sind oder sogar einen eindeutigen Verstoß gegen das AGG darstellen.

Wir haben einen genauen Blick auf den aktuellen Stellenmarkt geworfen und waren überrascht, wie viele rechtswidrige Formulierungen wir gefunden haben. Untersucht wurden dabei knapp 1,5 Millionen Stellenanzeigen, die im September 2018 ausgeschrieben waren.

Das Problem mit der „Muttersprache“

Bei ca. 11.500 Jobangeboten wurde beispielsweise explizit „Deutsch als Muttersprache“ von den Bewerbern verlangt. Dies setzt naturgemäß voraus, dass der neue Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin aus Deutschland stammt und stellt damit eindeutig eine Diskriminierung nach Herkunft und einen Verstoß gegen AGG dar. Übrigens sind auch alternative Formulierungen, die inhaltlich auf die gleiche Voraussetzung abzielen, nicht gestattet. Dies betrifft beispielsweise Umschreibungen wie „akzentfreie Aussprache“, „mit Angabe Ihres Geburtsortes…“ oder „sollten Sie den lokalen Dialekt beherrschen“.

Noch deutlich häufiger, nämlich in rund 45.000 Stellenanzeigen wurden explizit „Berufseinsteiger“ und in ca. 15.000 Anzeigen „Berufsanfänger“ angesprochen. Diese Formulierungen sind sehr kritisch, da sie auf das Alter des Bewerbers/der Bewerberin abzielen und somit eine Diskriminierung nach Alter darstellen. Dies gilt auch für „junges Team“ oder „junges, dynamisches Team“. Diese Begriffe haben wir im September in etwa 3.200 von uns erfassten Stellenanzeigen gefunden.

No Picture – no problem

Fotos in Stellenanzeigen

Damit eine Diskriminierung aufgrund der Herkunft ausgeschlossen ist, sollte der Arbeitgeber in der Stellenanzeige auf keine Fall aktiv die Zusendung eines Lichtbilds verlangen. Doch auch hier sind viele der ausschreibenden Unternehmen offenbar noch nicht auf dem aktuellen Stand. In fast 15.000 der von uns ausgewerteten Stellenanzeigen wurden die Bewerber aufgefordert, ein Foto mit ihren Unterlagen einzureichen. Diese Firmen bewegen sich rechtlich auf dünnem Eis. Dabei wäre es recht einfach, AGG-konform zu formulieren. Spricht der Arbeitgeber nämlich von „aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen“ hat er keine Probleme zu befürchten.

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