Aktuelles: So entwickelt sich der Stellenmarkt seit Februar

04.06.2020|Arbeitsmarktanalyse|
IT und Telekommunikation

Der index Stellenmarkt-Ticker vom 18.05. bis 31.05.2020

Während sich das Corona-Virus nun verstärkt auf dem amerikanischen Kontinent ausbreitet, geht die Zahl der Neuinfektionen in Europa weiter zurück. Immer mehr Restaurants, Cafés und teilweise sogar Bars und Kneipen sind geöffnet, kleinere Veranstaltungen finden statt, Museen, Fitnessstudios, Freibäder und Freizeitsparks können besucht werden – alles natürlich unter Einhaltungen der Abstandsregelungen und Hygiene-Auflagen. Auch viele weitere Unternehmen dürften in den letzten beiden Maiwochen ihren Betrieb wieder aufgenommen haben. Es geht also immer weiter Richtung Normalität.

In diesem Stellenmarkt-Ticker blicken wir auf die veröffentlichten Stellenangebote pro Woche seit Ende Februar. Die Kurve geht erfreulicherweise wieder nach oben und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es so weitergeht. Zudem schauen wir uns die Berufsgruppe IT und Telekommunikation im Detail an: Wie viele Stellen wurden in diesem Bereich ausgeschrieben? Welche Berufsprofile sind gefragt? Und welches sind die Top-5-Unternehmen, die aktuell IT-Fachkräfte suchen?

Wie jede Woche zeigt unsere Deutschlandkarte, wie viele kostenpflichtige Anzeigen in den einzelnen Landkreisen geschaltet wurden.

Die Gesamtentwicklung:

Zwischen dem 18.05. und dem 31.05. schrieben 79.591 Firmen 352.577 Stellen aus. Damit wurden im Vergleich zu unserem letzten Update wieder mehr Jobangebote veröffentlicht (+ 3,7 Prozent). Investiert wurde in den letzten zwei Maiwochen insgesamt 82,3 Mio. Euro in Stellenanzeigen.

Das Jobangebot im wöchentlichen Verlauf

Anfang März begann man sich auch hierzulande ernsthaft über die Corona-Pandemie zu sorgen: Während sich der Stellenmarkt von der letzten Februarwoche (Kalenderwoche 9) zur ersten Märzwoche (Kalenderwoche 10) noch positiv entwickelte, brach er danach deutlich ein.

Seit Anfang April blieb er stabil und pendelte zwischen der 150.000er und 200.000er Marke. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass die Corona-Maßnahmen in Deutschland vergleichsweise mild waren und es im Gegensatz zu Italien und Spanien keine Ausgangsbeschränkungen gab. Die vielen Feiertage in den letzten Wochen sorgten dafür, dass in einigen Wochen weniger Stellen ausgeschrieben wurden: So wurden an Ostern (Kalenderwoche 16) mit 150.787 Jobs bisher am wenigsten neue Stellenangebote veröffentlicht, am zweitwenigsten waren es in der Himmelfahrtswoche im Mai (Kalenderwoche 21).

Nun geht es wieder aufwärts. Ähnlich sieht die Entwicklung bei den ausschreibenden Unternehmen aus. In der letzten Woche stieg die Zahl der suchenden Unternehmen wieder über 50.000. Es ist davon auszugehen, dass sich der Stellenmarkt so positiv weiter entwickelt: Aufgrund der zuletzt beschlossenen Corona-Maßnahmen konnten immer mehr Arbeitgeber ihren Betrieb wieder aufnehmen; gleichzeitig konnten sich viele finanziell absichern. In Zukunft werden also wieder mehr Stellen ausgeschrieben. Die Frage ist nur, wie schnell die deutsche Wirtschaft zu ihrem Ausgangszustand zurückkehren wird.

Stellenangebot in Corona-Zeiten
Ausschreibende Unternehmen in Corona-Zeiten

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IT und Telekommunikation zeigt sich krisenfest

Die IT und Telekommunikation gehört zu eine der stabilsten Branchen. Zum einen sind digitale Produkte weiterhin gefragt, werden aktuell sogar mehr benötigt denn je; zum anderen ist auch Remote Work in der Branche gang und gäbe, sodass die Arbeit problemlos weitergehen kann. Demnach ist das Stellenangebot hier weiterhin hoch: Zwischen dem 18.05. und 31.05. waren rund 8.900 Firmen auf der Suche nach 28.600 neuen Mitarbeiter*innen aus dem Bereich IT und Telekommunikation.

Am häufigsten gesucht wurden mit etwa 4.950 ausgeschriebenen Stellen Softwareentwickler*innen: Rund jede sechste Position aus dem Bereich enthielt diesen Jobtitel. Systemadministrator*innen waren ebenfalls gefragt, ihnen standen knapp 3.300 Jobs zur Verfügung. Nach beiden Positionen suchten jeweils um die 2.200 Firmen und schrieben dafür Stellenanzeigen aus. Weiterhin auf dem Arbeitsmarkt gebraucht werden Systemintegrator*innen (rund 1.630 Jobs) und Java Entwickler*innen (rund 1.500 Jobs), genauso wie Mitarbeiter*innen in beratenden Tätigkeiten wie IT-Consultants (1.440 Jobs). Weitere stark gesuchte Profile waren Netzwerkspezialist*innen, IT-Projektmanager*innen und SAP-Entwickler*innen.

Insgesamt wird deutlich: Die starke Nachfrage nach qualifizierten IT-Fachkräften, gerade aus dem Programmierbereich, hat auch in Corona-Zeiten nicht nachgelassen.

Berufsprofile in der IT

Top 5 Unternehmen

Welche Unternehmen waren es genau, die neue Mitarbeiter*innen aus dem Bereich IT/Telekommunikation suchten? Überraschenderweise steht die Deutsche Telekom, Europas größter Telekommunikationskonzern, mit rund 150 veröffentlichen Jobangeboten erst auf Platz 2 im Ranking. Deutlich mehr Anzeigen schaltete die Deutsche Bahn AG, die ebenfalls zu einem der größten Arbeitgeber Deutschlands zählt. Mehr als 500 Stellen schrieb der Konzern aus und suchte dabei nach den unterschiedlichsten Profilen: von Projektmanager*innen über IT-Ingenieur*innen bis hin zu den klassischen Softwareentwickler*innen.

Die Schwarz-Gruppe, Europas größter Handelskonzern und Muttergesellschaft von Lidl und Kaufland, schrieb 117 IT-Positionen in zwei Wochen aus. 103 Jobs standen bei saaroluna Systemhaus zur Verfügung, eine auf HR-Lösungen spezialisierte Agentur. Die europäische Management- und Technologieberatung Sopra Steria AG veröffentlichte genau 100 Stellenangebote für IT-Expert*innen.

Die Top 5 Unternehmen:

1. Deutsche Bahn AG – 506 Jobs
2. Deutsche Telekom AG – 152 Jobs
3. Schwarz Dienstleistung KG – 117 Jobs
4. saaroluna Systemhaus – 103 Jobs
5. Sopra Steria AG – 100 Jobs

Wo wird aktuell in die Mitarbeitersuche investiert?

Stellenmarkt vom 18.05. bis 31.05.2020 nach Stadt- und Landkreisen

Wer kostenpflichtige Stellenanzeigen schaltet, hat besonders hohen Personalbedarf und ist auch bereit, in die Personalgewinnung zu investieren. Besonders viele Stellenangebote wurden in den Metropolregionen veröffentlicht, neben Berlin, Hamburg und Hannover zum Beispiel auch im Rhein-Neckar- und Main-Taunus-Kreis.

Bewegen Sie die Maus über den Landkreis und Ihnen wird angezeigt, wie viele Firmen wie viele Stellenanzeigen kostenpflichtig inserierten.

Weitere Stellenmarkt-Analysen

Aktuell finden Sie auf unserem Jobmarkt-Blog jede Woche ein Update zur Stellenmarkt-Entwicklung. Wenn Sie an detaillierteren Stellenmarkt-Analysen interessiert sind, zum Beispiel von bestimmten Regionen, Arbeitsbereichen oder Branchen, können Sie diese bei unserer Marktforschungsabteilung beauftragen.

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