Aktuelles: Stellenangebot nimmt ab, aber die IT-Branche überrascht

07.04.2020|Arbeitsmarktanalyse|
Telekommunikation

Der index Stellenmarkt-Ticker vom 23.03. bis 05.04.2020

Länder wie Italien, Spanien und Österreich hatten es schon vorgemacht, dann traf es auch Deutschland: Am 23.03. hat die Bundesregierung die Corona-Maßnahmen auch hierzulande verschärft und eine bundesweite Kontaktsperre eingeführt, durch die sich die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen soll. Demnach ist es nicht mehr gestattet, sich im öffentlichen Raum mit mehr als einer Person – mit Ausnahme des eigenen Haushalts – aufzuhalten. Außerdem mussten weitere Betriebe wie Restaurants, Hotels und Friseursalons schließen.

Die Wirtschaft wurde also weiter heruntergefahren und es überrascht nicht, dass sich dies auch auf dem Stellenmarkt zeigt. Wie sich das Stellenangebot in den einzelnen Branchen seit Beginn des Kontaktverbots am 23.03. genau entwickelt hat, lesen Sie hier. Außerdem: In diesem Stellenmarkt-Ticker zeigt Ihnen unsere Deutschlandkarte, in welchen Städten und Landkreisen am meisten kostenpflichtige Stellenanzeigen geschaltet werden.

Die Gesamtentwicklung: -40,5 %

Zwischen dem 23.03. bis 05.04.2020 wurden 331.435 Jobangebote in Deutschland veröffentlicht. Das waren 40,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Gesamtmarkt vom 23.03.-05.04.2020

Die Berufsgruppen im Überblick:

Im letzten index Stellenmarkt-Ticker haben wir das Stellenangebot nach Berufsgruppen analysiert, nun gucken wir uns die Branchen an: Auch hier hat es in den letzten beiden Wochen in allen Bereichen Rückgänge gegeben. Am stärksten betroffen ist das Gastgewerbe mit -71 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Weniger deutlich fällt der Rückgang im Gesundheits- und Sozialwesen (-17 Prozent) aus, genauso wie in der Energieversorgung (-16,2 Prozent). Hier werden verschiedene Fachkräfte gesucht: von Monteuren und Technikern über Projektmanager bis hin zu Mitarbeiter*innen im Kundenservice. Die Energieversorgung als systemrelevanter Bereich scheint die Auswirkungen der Corona-Pandemie kaum zu spüren. Auch in der IT-Branche fiel der Rückgang vergleichsweise gering aus. Interessant ist aber, dass es innerhalb der Branche deutliche Unterschiede gibt.

Stellenmarktentwicklung in den Branchen

Die Branchen im Detail:

Information und Kommunikation

Insgesamt wurden in der Branche Information und Kommunikation zwischen dem 23.03. und 05.04. zwar auch rund 31 Prozent weniger Stellenangebote veröffentlicht, ein Teilbereich der Branche zeigt aber eine positive Entwicklung: In der Telekommunikation lag die Anzahl der offenen Stellen um 19,51 Prozent höher als im Vorjahr.

Unternehmen aus dem Bereich Telekommunikation suchten Fachkräfte aus den unterschiedlichsten Richtungen, allen voran IT-Fachkräfte wie Systemadministratoren und Softwareentwickler. Aber auch Mitarbeiter mit klassischem technischem Know-how wie Techniker und Elektroniker sind gefragt, genauso wie Mitarbeiter in beratenden und kaufmännischen Tätigkeiten, zum Beispiel IT-Consultants oder Kaufleute im IT-System-Management. Ebenfalls gesucht: IT-Hunter – und ein weiterer Hinweis darauf, dass die Nachfrage in der Branche steigt.

Wer Stellen ausschreibt, dem scheint es wirtschaftlich gut zu gehen. Die Telekommunikationsanbieter kann man sicherlich zu den Gewinnern der Corona-Phase zählen, denn man kann davon ausgehen, dass sich ihr Auftragsvolumen in den letzten Wochen erhöht hat: Millionen Schüler*innen sitzen nicht mehr im Klassenzimmer, sondern lernen zu Hause mithilfe von E-Learning-Plattformen und Schul-Apps. Wenn dann auch noch ein Elternteil oder beide im Home-Office sind, dann muss die Internetverbindung einiges aushalten können. Die Herausforderung, allen Haushalten ein stabiles, im besten Fall sogar schnelles Netz zu bieten, lässt sich nur mithilfe von mehr Personal bewältigen.

Entwicklung der Branche Information und Kommunkation

Die Top 5 Schalter in der Telekommunikation

Welche Firmen aus der Telekommunikation waren es genau, die Stellenanzeigen schalteten? Ein Großteil der Stellen stammt von Deutschlands größtem Telekommunikationsanbieter, der Deutschen Telekom, mit knapp 1.000 veröffentlichten Jobangeboten zwischen dem 23.03. und 05.04. Darauf folgen die beiden Wettbewerber Vodafone Kabel Deutschland GmbH und 1&1 Internet AG mit jeweils rund 170 bzw. 160 Stellenangeboten. Der Datenschutz-Experte DataGuard bot 34 offene Stellen.

Platz 5 teilen sich die Netzbauer Deutsche Glasfaser Unternehmensgruppe und Mugler AG. Beide Unternehmen hatten immerhin jeweils 30 Arbeitsplätze zu vergeben – in zwei Wochen, wohlgemerkt. Im Unterschied zum restlichen Leben scheint der Netzausbau in diesen Tagen nicht stillzustehen. Ganz im Gegenteil, er ist jetzt wohl wichtiger denn je.

1. Deutsche Telekom AG – 955 Stellenangebote
2. Vodafone Kabel Deutschland GmbH – 169 Stellenangebote
3. 1&1 Internet AG – 157 Stellenangebote
4. DataGuard – 34 Stellenangebote
5. Deutsche Glasfaser Unternehmensgruppe
und MUGLER AG – beide jeweils 30 Stellenangebote

Kostenpflichtige Stellenanzeigen:

Stellenmarkt nach Stadt- und Landkreisen

Dass ein Unternehmen bereit ist, in die Personalgewinnung zu investieren, lässt sich gut anhand der kostenpflichtig inserierten Stellenanzeigen ablesen. Im bundesweiten Vergleich punktet Berlin mit rund 11.760 kostenpflichtigen Stellenanzeigen in den letzten zwei Wochen, gefolgt von München (8.900) und Hamburg (6.740). Auch Firmen mit Sitz im Südwesten der Bundesrepublik nahmen Geld in die Hand. In welchen Regionen wird aktuell noch verstärkt in die Stellenanzeigenschaltungen investiert? Das finden Sie mithilfe unserer Karte heraus.

Weitere Stellenmarkt-Analysen

In den nächsten Tagen und Wochen werden Sie an dieser Stelle noch weitere Zahlen und Daten dazu finden, wie sich der Stellenmarkt in Zeiten der Corona-Krise entwickelt. Wenn Sie an tiefergehenden Stellenmarkt-Analysen interessiert sind, können Sie diese bei unserer Marktforschungsabteilung kostenpflichtig beauftragen.

Teilen Sie diesen Beitrag in den Sozialen Medien!