Aktuelles: Stellenmarkt auf gutem Kurs – wieder mehr Stellen ausgeschrieben

20.05.2020|Arbeitsmarktanalyse|
Ausbildungsplätze Corona

Der index Stellenmarkt-Ticker vom 04.05. bis 17.05.2020

Die Kontaktbeschränkungen wurden zwar bis zum 05. Juni verlängert, doch man merkt einen großen Unterschied zu den letzten Wochen: Die Lage hat sich weiter entspannt, in nahezu jedem Bundesland sind Geschäfte und Lokale, natürlich unter Auflagen, wieder geöffnet. Sogar Urlaub inner- und außerhalb Deutschlands soll diesen Sommer möglich sein.

Das öffentliche Leben wird also immer mehr in normale Bahnen gelenkt, was auch dem Stellenmarkt guttut: Die Anzahl der Stellenangebote, der suchenden Unternehmen und der Anzeigenumsatz lagen alle etwas höher als in unserem letzten Update. Das sind gute Aussichten für Jobsuchende und Personaldienstleister.

In diesem Stellenmarkt-Ticker geht der Blick auf die Hierarchiestufen und im Speziellen auf die Karriere-Perspektiven für angehende Auszubildende: Wie viele Ausbildungsplätze stehen derzeit zur Verfügung und in welchen Bereichen werden die meisten Jobs ausgeschrieben? Zudem zeigt unsere interaktive Karte, wie viele kostenpflichtigen Stellenanzeigen die Unternehmen in den verschiedenen Städten und Landkreisen schalten.

Die Gesamtentwicklung:

Zwischen dem 04.05. und dem 17.05. schrieben 81.969 Firmen 369.681 Stellen aus. Damit veröffentlichten 8,4 Prozent mehr Firmen ihre Stellenangebote als vom 27.04. bis 10.05, genauso wie die Anzahl der Jobangebote um 6,3 Prozent stieg. Die positive Tendenz aus den vergangenen Wochen setzt sich also fort.

Das Anzeigen-Investment belief sich Anfang Mai auf mehr als 82 Mio. Euro. und lag somit um 4,1 Prozent höher.

Das Jobangebot nach Hierarchiestufen:

Die meisten Stellenangebote wurden mit knapp 114.000 Jobs vom 04.05. bis 17.05. in den Gewerblichen Berufen veröffentlicht, unter anderem im Handwerk, im Transport und der Industrie. Knapp dahinter folgen Jobangebote für Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung (rund 111.000 Jobs), zum Beispiel für Krankenpfleger*innen, Verkäufer*innen und Büroangestellte.

Führungskräfte liegen auf dem dritten Platz, wobei gerade diese Hierarchiestufe weniger stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen ist: Das Stellenangebot für Bereichs- und Hauptabteilungsleiter war zwischen dem 04.05. und dem 17.05. nur knapp 2 Prozent geringer als im gleichen Zeitraum 2019.

Ähnlich sieht es bei den Ausbildungsstellen aus: Auszubildende und Dual-Studierende konnten aus mehr als 22.200 Angeboten wählen. Verglichen zum Vorjahr nahm die Anzahl der ausgeschriebenen Ausbildungsplätze zwar um rund 15 Prozent ab, dies ist nach Jobs für Bereichs- und Hauptabteilungsleiter*innen aber der zweitgeringste Rückgang in allen Hierarchieebenen. Somit haben auch Berufseinsteiger weiterhin reichlich Möglichkeiten auf dem Stellenmarkt.

Gleichzeitig kann die recht stabile Entwicklung im Ausbildungsbereich auch als Zeichen dafür interpretiert werden, dass die Unternehmen in Deutschland positiv in die Zukunft blicken – denn nur dann möchte ein Betrieb auch Nachwuchs anlernen.

Jobangebote Hierarchieebnene
index White Paper Ratgeber für Personaldienstleister

Wo es das größte Angebot für Azubis und Dual-Studierende gibt:

In welchen Arbeitsbereichen werden am meisten Ausbildungsangebote veröffentlicht? Angeführt wird das Top-10-Ranking vom Bauwesen/Handwerk mit über 5.500 inserierten Stellen. Überdurchschnittlich viele Ausbildungsangebote stehen mit mehr als 4.700 Jobs auch im Finanz- und Rechnungswesen zur Verfügung, um zum Beispiel zum/zur Industriekaufmann/-frau oder Bankkaufmann/-frau ausgebildet zu werden. Ebenfalls über 4.000 Ausbildungsplätze gab es in den Technischen Berufen sowie im Verkauf und Vertrieb. Diese vier Bereiche scheinen zum einen besonders krisenfest, andererseits auch für typische Ausbildungsberufe prädestiniert zu sein.

Den Tourismus hat es dagegen besonders stark getroffen, trotzdem wurden hier mehr als 1.800 Ausbildungsplätze angeboten. Es ist davon auszugehen, dass die Wiedereröffnung von Hotels und Gaststätten schon ihre positiven Auswirkungen auf dem Stellenmarkt hinterlassen.

Rund 1.800 Ausbildungsangebote waren in der Verwaltung, zum Beispiel im Office Management vorhanden, genauso wie im Logistikbereich. Sowohl das Gesundheitswesen als auch die IT/Telekommunikation kommen auf 1.600 Stellen für Auszubildende und Dual-Studierende. Der Bereich Organisation/Projektmanagement hat es mit etwa inserierten 370 Jobs gerade noch so in die Top 10 geschafft.

Angebot für Azubis

Die Top 5 Unternehmen mit den meisten Ausbildungsangeboten:

Mit deutlichem Abstand veröffentlichte die REWE Group zwischen dem 04.05. und dem 17.05. die meisten Ausbildungsangebote, vor allem für Fachverkäufer (m/w/d) und Kaufleute im Einzelhandel (m/w/d). Die Deutsche Bahn bietet ebenfalls ein großes Angebot für angehende Azubis und Dual-Studierende – und zwar in verschiedenen Berufen wie für Fahrpersonal, aber auch im kaufmännischen Bereich und der IT –, womit der Konzern versucht, den großen Fachkräftemangel in der Branche anzugehen.

Ebenfalls viele Ausbildungsangebote inserierten die Deutsche Post (rund 370 Jobs), der Lack- und Farbenhersteller Brillux (knapp 350 Jobs) und McDonald’s Deutschland (rund 340 Jobs) – bei letzterem natürlich nicht nur, um künftig Burger zu braten, sondern auch, um im Bereich BWL und Food-Management tätig zu sein.

Die Top 5 Unternehmen:

1. REWE Group GmbH – 1.430 Jobs
2. Deutsche Bahn AG – 566 Jobs
3. Deutsche Post AG – 371 Jobs
4. Brillux – 349 Jobs
5. McDonald’s – 342 Jobs

Wo wird aktuell in die Mitarbeitersuche investiert?

Stellenmarkt vom 04.05. bis 17.05.2020 nach Stadt- und Landkreisen

Wer kostenpflichtige Stellenanzeigen schaltet, hat besonders hohen Personalbedarf und ist auch bereit, in die Personalgewinnung zu investieren – eine Chance für Personaldienstleister, Mitarbeiter zu platzieren.

Erfreulich: Die Karte wird immer pinker – was bedeutet, dass mehr Geld für die Mitarbeitergewinnung in die Hand genommen wird. Weiterhin wurden besonders viele Stellenangebote wurden von Firmen mit Sitz in Berlin und Hamburg, Baden-Württemberg und Südbayern veröffentlicht.

Bewegen Sie die Maus über den Landkreis und Ihnen wird angezeigt, wie viele Firmen wie viele Stellenanzeigen kostenpflichtig inserierten.

Weitere Stellenmarkt-Analysen

In den nächsten Tagen und Wochen werden Sie an dieser Stelle noch weitere Zahlen und Daten dazu finden, wie sich der Stellenmarkt in Zeiten der Corona-Phase entwickelt. Wenn Sie an tiefergehenden Stellenmarkt-Analysen interessiert sind, können Sie diese bei unserer Marktforschungsabteilung kostenpflichtig beauftragen.

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