Aktuelles: Corona und der Stellenmarkt

24.03.2020|Arbeitsmarktanalyse|

Der index Stellenmarkt-Ticker vom 01. bis 16.03.2020

Das Corona-Virus hat tiefgreifende Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft – und somit ist auch der Stellenmarkt betroffen.

Wir haben untersucht, wie sich die Corona-Pandemie auf dem Stellenmarkt zeigt: Welche Berufsgruppen werden derzeit stark gesucht? Und welche Branchen gehören zurzeit zu den „Top-Schaltern“? Dafür wurde die Anzahl der ausgeschriebenen Stellen in den ersten beiden Märzwochen des Jahres mit dem Vorjahreszeitraum verglichen.

Die Gesamtentwicklung: -5,76 %

Zwischen dem 01.03.2020 und 16.03.2020 wurden rund 516.000 Jobangebote in Deutschland veröffentlicht. Das waren rund 5,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Gesamtstellenmarkt

Welche Berufsgruppen jetzt gesucht werden:

Pflege- und Arzthelfer: +7,9 %

Im Vergleich zu 2019 wurden in den ersten beiden Märzwochen etwa 7,9 Prozent mehr Stellen für Pflegepersonal ausgeschrieben. In diese Berufsgruppen fallen unter anderem Krankenpfleger, Altenpfleger und Medizinische Fachangestellte, die für die Versorgung und Betreuung von Covid-19-Patienten gebraucht werden.

Sozialberufe: +14,15 %

Die sozialen Berufe verzeichnen einen Anstieg von 14,15 Prozent. Neben Erziehern und sozialpädagogischem Personal für Notbetreuungen wurden vor allem Betreuungspersonen für ältere Menschen gesucht, die im Haushalt und bei Einkäufen zu unterstützen, um die Risikogruppen während der Corona-Krise zu entlasten.

Bauwesen: +5,63 % 

Ebenfalls stärker nachgefragt (+5,63 Prozent) wurden Mitarbeiter im Bauwesen, zum Beispiel Maurer, Metallbauer und Dachdecker.

Pflege- und Arzthelferberufe
Bauwesen

Welche Branchen verstärkt Personal brauchen: 

Gesundheits- und Sozialwesen: +9,87 %

Die Gesundheitsbranche schrieb knapp 9,9 Prozent mehr Stellen aus. Durch den deutlich erhöhten Bedarf im Zuge der Covid-19-Krise hat sich der schon zuvor bestehende Fachkräftemangel noch weiter verschärft. Dieser wird sich auch aufgrund der Sprachkenntnisse durch die Beschaffung ausländischer Fachkräfte kurzfristig nicht lösen lassen. Verschiedenste Krankenhäuser prüfen bereits, ob sie nicht Pensionärinnen und Pensionäre reaktivieren können.

Baugewerbe: +26,59 %

Besonders auffällig im Vergleich zum Gesamtmarkt ist das starke Plus von rund 26,6 Prozent im Baugewerbe. In der Baubranche sind die wirtschaftlichen Folgen durch das Virus in den ersten beiden Märzwochen noch nicht sichtbar.

Verkehr und Lagerei: +19,48 %

In der Branche Verkehr und Lagerei beträgt der Anstieg fast 20 Prozent. Der Großteil dieser Angebote richtet sich an Lageristen und Kommissionierer, aber auch LKW-Fahrer und Auslieferungsfahrer werden stark nachgefragt.

Öffentliche Verwaltung +18,77 %

In der öffentlichen Verwaltung beträgt der Anstieg 18,77 Prozent.

Bundesländervergleich: 

In den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen hat sich im Zeitraum vom 01.03.-16.03.2020 im Vergleich zum Vorjahr der Stellenmarkt positiv entwickelt. In den anderen Bundesländern sind bereits die ersten Folgen der Corona-Krise sichtbar. Besonders rückläufig sind die Stellenangebote in Hamburg und Baden-Württemberg.

Entwicklung in den Stadt- und Landkreisen: 

Auch in den Stadt- und Landkreisen sind bereits die Auswirkung der Corona-Krise sichtbar. Stark von einem Rückgang betroffen sind unter anderem Heidelberg und Aschaffenburg. Zu den Top 35-Städten, in denen sich die Anzeigenschaltung positiv entwickelt hat, gehören Karlsruhe, Oberhausen und Köln.

Gesundheits- und Sozialwesen
Baugewerbe

Analysezeitraum: 01.03.2020-16.03.2020 (11 Arbeitstage)
Entwicklungen im Vergleich zu: 01.03.2019-15.03.2019 (11 Arbeitstage)

Weitere Stellenmarkt-Analysen

Aktuell finden Sie auf unserem Jobmarkt-Blog jede Woche ein Update zur Stellenmarkt-Entwicklung. Wenn Sie an detaillierteren Stellenmarkt-Analysen interessiert sind, zum Beispiel von bestimmten Regionen, Arbeitsbereichen oder Branchen, können Sie diese bei unserer Marktforschungsabteilung beauftragen.

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