Das Rumspinnen muss trainiert werden! Warum man Gewohnheiten brechen muss, um besser zu rekrutieren.

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Martin Gaedt

Fachkräftemangel ist ein Mangel an Attraktivität und guten Gründen, sich dort zu bewerben. Ein Beitrag von index Recruiting-Experte und Erfolgsautor Martin Gaedt („Mythos Fachkräftemangel“) über Ideenfindung für das Recruiting und wie Personaldienstleister die Personalgewinnung neu denken können.

Kein Unternehmen würde öffentlich Kundenmangel beklagen, weil klar ist, dass es am Marketing und Vertrieb oder am Angebot liegt. Was ist attraktiv? Was zieht an? Was begeistert Kunden?

Was wollen Bewerber? Fachkräftemangel ist ein Mangel an Attraktivität und guten Gründen, sich dort zu bewerben. Es gibt Millionen Alternativen. Mangel an Alleinstellung, Unterscheidung und Sichtbarkeit im Bewerbermarkt. Mangel an unbefristeten Stellen. Mangel an Unternehmenskultur. Mangel an Mitarbeitern, die stolz auf ihren Arbeitgeber sind und darüber reden. Fachkräftemangel liegt auch an fehlender Bereitschaft zur Ausbildung und mangelhaften Prozessen. In Estland werden durch die digitalisierte Verwaltung pro Jahr 800 Jahre Arbeitszeit gespart – bei nur 1,3 Millionen Einwohnern. Fachkräftemangel ist auch ein Mangel an Organisation, Abläufen und Verwaltung.

Unternehmen fragen sich viel zu wenig, ob ihre Personalsuche Menschen begeistert. Das ist harte Arbeit. Was heute anzieht, ist morgen out. Das Besondere ist morgen Mainstream. Verschenken Sie langweilige Bücher? Ok, das macht man nicht. Aber langweilige, austauschbare Stellenanzeigen sollen hochmotivierte Bewerber anziehen. Das ist schizophren. Und Arbeitsverweigerung. Wenn alle dasselbe machen, bekommen alle dasselbe. Und dann wird gejammert. Dabei wurde der HR-Job nicht erledigt. Erwartet ein Fußball Scout, dass der neue Star am Schreibtisch vorbei kommt? Oder eine Bewerbung schickt? NEIN. Fußball Scouts gehen dahin, wo der nächste Messi Fußball spielt. Draußen. Wo gehen Sie hin? Wo treffen Sie Ihre Zielgruppe? Woran würden Sie Ihre Zielgruppe erkennen? 7 Milliarden Menschen. 7 Milliarden Wege.

Aufmerksamkeit bekommt, was neu ist und Mehrwert verspricht. Bindung bekommt, wer den Mehrwert auch hält. Was ändern Sie in der Personalgewinnung? Was machen Sie anders als Ihre Wettbewerber in der Personalbindung? Wie viele unbekannte Zugänge zu Kandidaten testen Sie? Das Neue ist keine Zauberei, sondern entsteht durch solides Handwerk. Die 18 Grundprinzipien der Innovation lauten: Steigern, umdrehen, brechen, verkleinern, ersetzen, reduzieren, streichen, infrage stellen, vertiefen, vergrößern, entdecken, Regel ändern, kombinieren, Nutzen erhöhen, übertragen, provozieren, Fehler machen, träumen.

Was passiert, wenn ein Bäcker oder Friseur den üblichen minikleinen Zettel im Schaufenster „suche Fachkraft“ VERGRÖSSERT und das gesamte Schaufenster nutzt? Auf dem Riesen-Poster steht: „Wer eine Fachkraft empfiehlt, die wir einstellen, bekommt ein Jahr Brot und Brötchen umsonst.“ Oder ein Jahr jeden Haarschnitt. NUTZEN ERHÖHT. Sofort suchen ALLE Passanten mit, weil jeder gewinnen kann, was er braucht. Das weckt Interesse und spricht sich rum. Direkter und günstiger geht es nicht. Was können Sie vergrößern? Welchen Nutzen können Sie steigern?

Ideen per Klick und als Formel. Traumhaft. Dabei ist es leider harte Arbeit. Kreativitätstechniken sind Krücken – eine wertvolle Hilfe beim Training. Das Ziel bleibt, die Krücken wieder loszuwerden. Dazu macht man Reha. Training von 8 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr. Trainieren Sie so intensiv das Rumspinnen und Testen neuer Wege zum Kandidaten? Stellen Sie alles in Frage. Wer legt fest, dass 40 Stunden Vollzeit die optimale Arbeitsleitung bringt? Eine Mainzer Softwarefirma hat 40 Arbeitszeitmodelle. Für jeden Kollegen ein anderes. Tandemploy mischt mit Job-Tandems und der Software flex:workz die Arbeitswelt auf. Zwei Menschen zusammen in Vollzeit bringt Unternehmen doppeltes Wissen, doppelte Erfahrung und erhöhte Flexibilität. GEWOHNHEIT BRECHEN.

Ideenfitness

Neue Ideen sind Cocktails. Zutaten werden gesammelt und gemixt. Es liegt an den Zutaten, ob der Cocktail schmeckt. Ein guter Cocktail-Mixer mixt hunderte Rezepte, und bietet den Gästen nur den besten Cocktail an. Um ein Karat echten Diamant zu finden, braucht man 150.000 Tonnen Geröll. Ideen-Profis produzieren viel Schrott. Keine Idee kommt perfekt aus dem Kopf. Ideen-Diamanten werden zig Mal getestet und verändert. Immer wieder wird gestrichen, vergrößert und geschliffen. Bei Babys sieht niemand direkt nach der Geburt die Talente. Auch Ideen brauchen Fürsorge, Zeit und Energie zum Wachsen. Wer Schmetterlinge will, darf auf Raupen nicht treten. Netflix feiert 2018 seinen 21. Geburtstag. Alles, was bekannt wird, war zunächst unbekannt. Wie viel Unbekanntes entwickeln, füttern und testen Sie?

Jeder Mensch kann joggen. Manche schneller und manche langsamer. Erst nach mehrfachem Joggen merkt man, wie talentiert man joggt. Sein Arzt sagte unmissverständlich: „Ein Ironman ist für dich medizinisch unmöglich.“ Das spornte Christian Troger an. Drei Mal erreichte er das Ziel. Seit seiner Geburt fehlen ihm ein Bein und eine Hüftpfanne. Er wollte, übte und kämpfte. Welche Mannschaft erwartet ohne Training einen haushohen Sieg? Aber Ideen werden nebenbei von 10 bis 11 Uhr im Meeting aus dem Ärmel geschüttelt. Das ist Dilettantismus. Personaldienstleister können das Handwerkszeug der Innovation üben.

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12. April 2018<

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Das Trainingsprogramm:

44 Fragen. Stellen Sie 44 Fragen, wenn Sie warten. An roten Ampeln, im Supermarkt an der Kasse, im Stau oder verspäteten Zug. Trainieren Sie die Neugier. Verstehen Sie Ihre Zielgruppen. Was infrage gestellt wird, bietet Raum für neue Lösungen, Überraschungen und unbekannte Cocktails.

Zutaten sammeln und mixen. Was ist in Ihrer Vorratskammer? Was lesen Sie? Was hören Sie? Was beobachten Sie? Was regt Sie auf? Ideen brauchen Absurdes, scheinbar Unpassendes. Ohne Fremdes gibt es nichts Neues. Wo stopfen Sie sich voll mit Fremdem und Absurdem, das Sie neu mixen.

Schwur der Spinner. Sprechen Sie mit voller Überzeugung: „Ich schwöre, dass ich grenzenlos spinne, dass ich alles für möglich halte, und sollte ich destruktive Kritik äußern, so soll mir eine rote Knollennase wachsen.“ Mit dem Schwur trauen sich alle, auch dem Vorstand bei Kritik die rote Nase aufzusetzen. Alle lachen, Kritik wird entkräftet und der Ideenfluss wird fortgesetzt.

Schnelle Prototypen. Es gibt keine perfekten Ideen. Bauen Sie Prototypen. Zeigen Sie Ideen für schnelle Resonanz. Wird der neue Nutzen verstanden? Nicht raten. Zielgruppen fragen. Schmeckt die Idee den passenden Bewerbern? Mit der Resonanz wird weiter gemixt und probiert bis es schmeckt.

Don`t criticize, improve. Wenn Sie Ideen sehen und erleben, hauen Sie nicht drauf. Lernen Sie sie kennen. Stellen Sie konstruktive Fragen. Geben Sie Ideen eine Chance wie beim Date. Reichern Sie das Positive an. Denken Sie mit und verbessern Sie die Idee.

A L L E S war ursprünglich eine Idee, an die wir uns gewöhnt haben. Fachkräftemangel ist Ideenmangel. Wissen Sie wer sich nicht bei Ihnen bewirbt? Immer die Mehrheit potentieller Mitarbeiter. Jede Wette. Weil Sie nichts Spannendes bieten und nicht auffallen. Eine Firma liest Patente und lädt die Patentinhaber zum Sommerfest ein. Das Sommerfest ist locker, fröhlich und jeder kommt mit unterschiedlichen Menschen ins Gespräch. Die Patentinhaber – häufig Ingenieure – wechseln zu diesem Unternehmen. Nicht sofort. Aber nach dem zweiten oder dritten Sommerfest. Das ist kreativ. Passgenau. Zielsicher. Außergewöhnlich. Die Informationsökonomie wird immer mehr zu einer Erlebnisökonomie. Wie wäre es mit Jobpartys und Traumjobevents? Was mache Sie anders?

Welche Blogs lesen Sie? 365 Tage Inspiration, wie es anders geht. Eine Firma hat 20 Top-Kandidaten ein Smartphone per Post geschickt. Im Päckchen lag die Nachricht: „Rufen Sie uns an, wir sind Ihr neuer Arbeitgeber.“ Fünf Kandidaten haben in dieser Firma angefangen. Die perfekte Umdrehung des Bewerbungsverfahrens. UMDREHEN. Die Firma YOC hat einen Porsche an einen Kran gehängt und das Spiel „Cash or Crash“ gespielt. Bundesweit berichteten Medien. Zwei Mal. Als der Porsche hing und als der Porsche abgestürzt ist. STEIGERN. Ein Handwerker bekam Bewerbungen von 20 extrem guten Elektrikern. Einen stellte er ein, neunzehn Mal sagte er ab. Warum bekommen die meisten GUTEN Bewerber Absagen? Es gibt nur Gold, kein Silber und Bronze. Wie wäre es mit Kooperation? Abgeben? Weiter empfehlen? Das geht datenschutzrechtlich korrekt mit der Software cleverheads.eu. Mit intelligenten Sharing-Modellen können Personaldienstleister vom wachsenden Markt profitieren. Die Zahl der Kandidaten VERGRÖSSERT. Qualität GESTEIGERT. Empfehlungen gewinnen im Datenüberfluss an Bedeutung. Personaldienstleistung wird weiter wachsen.

Viel Erfolg!

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