„Der leckerste Kaffee der Stadt“

Von Firmen-Benefits und anderen Katastrophen

Firmen Benefits

Der War for Talents bringt es so mit sich, dass die potentiellen Mitarbeiter der Zukunft so einige Dekadenzen erwarten können. Schon lange reicht es nicht mehr, einen Tisch und ein paar Stühle in einem neonbeleuchteten Nachkriegsbau in Berlin Adlershof oder einem anderen schlecht angebundenen Gewerbegebiet aufzustellen und zu warten, was passiert. Die Nachwuchstalente der Generationen y-z sind nicht mehr so leicht zu beeindrucken und deshalb müssen Unternehmen sich etwas einfallen lassen, wenn sie Arbeitgeber der Stunde werden wollen.

„Superlative und Benefits blühen auf den Stellenanzeigen wie Krokusse im Frühling“

Ob Yoga, Homeoffice, Lachseminar, Citynähe oder eben „der besten Kaffee der Stadt“ – Firmen auf Fachkräfte-Entzug überbieten sich darin, den anspruchsvollen Millenials die Work-Live-Balance zu bieten, die sie ja auch verdient haben. Schließlich war man ja in der Uni und die Auswahl auf dem Arbeitsmarkt ist groß.

Sympathische Kollegen werden versprochen, fähige und nette Ausbilder mit Teamgeist, „Legendäre Betriebsausflüge“ und „Beste Übernahmechancen“.  Doch welche dieser Firmen-Benefits ziehen die Bewerber*innen wirklich an Land? Was ist den Arbeitnehmer*innen wichtig in ihrem zukünftigen Traum-Job und was bedeuten diese Erkenntnisse für ein Recruiting der Zukunft? Sport, Abwechslung und gute Ausbilder, mehr braucht man nicht zum glücklich sein? Wir haben uns den Stellenmarkt der letzten Monate angeschaut.

Mehr als nur Vitamin B: Healthy Working

Aber wie oft gibt es ihn denn nun, den besten Kaffee der Stadt? Im Februar dieses Jahrs nahmen ganze 60 Firmen in 134 Positionen dieses Superlativ für sich in Anspruch. Hm, ob da wohl einer schummelt?

Gesundheitsbewusstsein, Selbstliebe und pflanzenbasierte Ernährung sind ein Dauerbrenner in den sozialen Medien. Der Trend einer gesunden bis hin zur veganen Ernährung, viel Sport, Meditation und eine Rückbesinnung auf ursprüngliche und regionale Lebensmittel kommt langsam aber sicher auch in der Arbeitswelt an. Umso besser, wenn man im Rahmen einer angemessenen Work-Life Balance auch hier die Möglichkeit hat, Bewegung miteinzubeziehen, ohne nach Feierabend ins Fitnessstudio hetzen zu müssen.

Bewegung ist also angekommen in den luftigen Offices dieses Landes. Allein im Februar dieses Jahrs warben 22.737 Stellenanzeigen mit einem „Sportangebot“. Davon handelte es sich in 2.864 Angeboten um Kicker, dicht gefolgt von Yoga mit 1.583 Positionen. Neben Kicker-Tischen scheint mittlerweile also auch Yoga hoch im Kurs zu sein. Den passenden Smoothie nach dem Schwitzen stellten rund 100 Firmen in Aussicht.

Fun-Fact: Zocken nach der Arbeit klingt wie ein Traum? Der wird jetzt mitunter wahrgemacht. Im Februar 2019 wurde in immerhin 330 Stellenanzeigen der „Gameroom“ zum munteren Playsi-Zocken pfeilgeboten. 

Firmen Benefits„Und für welche Stadt verbiegt man sich am ehesten? Richtig, es ist Berlin!“

Die sportlichsten Bundesländer scheinen übrigens Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein zu sein, denn hier beträgt der Anteil an Sport- oder Fitnessangeboten in Anzeigen ca. 3 Prozent im Vergleich zu beispielsweise Baden-Württemberg mit gerade einmal 1,4 Prozent. Liegt das vielleicht an der Nähe zum Meer? Und für welche Stadt verbiegt man sich am ehesten? Richtig, es ist Berlin! Hier gibt es ein vergleichsweise großes Yogaangebot von 387 Positionen im Monat Februar. Besonders gerne werden damit junge Menschen aus dem fancy Bereich Kommunikation, Information und Co geködert. Also diejenigen, die „irgendwas mit Medien“ machen, wie man so schön sagt. Bundesländer wie Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Saarland, stehen im Vergleich dazu mit null Prozent ziemlich ungelenkig da.

Und nun zu den unverhandelbaren Goodies: zum Beispiel Bier. Cheers! Thank God it’s Friday, denken sich viele Mitglieder der hart arbeitenden Bevölkerung und lassen sich nur zu gern mit einem Feierabend Bierchen, oder wie man heute sagt „Friday-Beer“ verwöhnen. Übrigens: mit 1.640 Erwähnungen in Stellenanzeigen innerhalb eines Monats übertrifft das „Biernefit“ noch das Yoga-Benefit…

Ebenfalls oft angeboten werden Rabatte aller Art. Vergünstigungen durch den Arbeitsplatz sind eine feine Sache, fragt sich nur, ob dieses Versprechen wirklich Talents anlockt? Rabatte werden gern versprochen und wurden im Februar 2019 ganze 16.782-mal innerhalb einer Stellenanzeige als Benefit angeführt.

Firmen BenefitsÜber den Dächern und im pulsierenden Zentrum der Stadt

Frühlingsgefühle kommen auf, wenn man bedenkt, dass im Februar 373 Firmen mit einem Platz an der Sonne warben. Dieser Platz sollte zudem möglichst „citynah“ sein, denn in Zeiten, in denen öffentliche Verkehrsmittel und Fahrradfahren zum Umweltschutz beitragen ist es gut, wenn die Arbeit auch erreichbar und zentral ist. Mit Begriffen aus dem Anatomieschulbuch wie „pulsierende Stadt“, „pulsierenden Umfeld“ oder „pulsierende City“ streckten mehr als 1.900 Firmen im Februar ihre Fühler aus.

Und damit nicht genug: Auch auf die lieben Vierbeiner mag der flexible Young Professional nicht mehr verzichten. Immer öfter wird der Wunsch laut, den Hund mit ins Büro bringen zu dürfen. Jedoch scheint dieses Bedürfnis noch lange nicht überall angekommen zu sein. In den meisten Anzeigen ist lediglich die Rede davon, dass Bürohunde vor Ort sind. Vom Mitbringen der flauschigen Quälgeister ist aber kaum eine Rede auf dem deutschen Stellenmarkt.

Vielleicht würde sich hier ja eine kleine Nachfrage lohnen, liebe Leute aus der Kommunikationsbranche! Denn auch Reden will geübt sein.

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