Der Lifestyle-Effekt

28.11.2019|Allgemein|

Firmen Benefits Vol. 2

Benefits in Stellenanzeigen

In unserem letzten Blogartikel zum Thema verrückte Benefits im Arbeitsleben haben wir ja schon die Freuden an Kickertischen, Yogastudios und Fridaybeer erwähnt, die die Tage der Arbeitnehmerinnen und Angestellten schöner machen. Nun legen wir noch einen drauf und erörtern auch, was Firmen eigentlich davon haben, wenn sie ihren Mitarbeitern Benefits offerieren. Außerdem erweitern wir die Liste der Benefits um einige weitere Annehmlichkeiten und schauen uns an, welche Unternehmen so tolle Zusatzleistungen bieten, dass man gar nicht mehr nach Hause will.

Selbstoptimierung ist alles

Da spätestens seit der Generation Y (Geburtsjahrgang 1981 – 1996) ein Umdenken in der Bedürfnisorientierung und ein allgemeiner Wertewandel stattgefunden hat, steht der Job nicht mehr an erster Stelle. Leben, um zu arbeiten war gestern, jetzt ist Arbeiten, um zu Leben angesagt oder zumindest sollte genug Platz für Freizeitvergnügen und Selbstverwirklichung bleiben. Arbeitgeber müssen sich diesem Trend anpassen, wenn sie Fachkräfte für sich gewinnen wollen. Benefits sind unabdingbar für die Stärkung der Arbeitgebermarke. Aus Mitarbeitersicht geht es vor allem darum, die eigene Lebensqualität zu steigern und sich und seinen Lifestyle zu optimieren. „Be the best version of yourself. Auch im Job“.

Die neuen Generationen der Young Professionals wünschen sich einen Mehrwert neben den Verpflichtungen des ganz normalen Arbeitsalltag. Zusatzleistungen können dabei sowohl als Anerkennung für gute Arbeit funktionieren, als auch als Motivationsanreiz oder Entscheidungsfaktor-Faktor beim Einstellungsgespräch.

Be the best version of yourself. Auch im Job“.

Benefits sollten einen Job aufwerten und nicht rechtfertigen

Neben einem guten Arbeitsklima und einer offenen Unternehmenskultur sind Benefits nützliche Faktoren zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität. Geld allein reicht Mitarbeitern als Anreiz nicht mehr aus, viel eher geht es darum, wichtige Lifestyle-Aspekte und auch Werte wie Freiheit, Sicherheit und Gesundheit in das Arbeitsleben zu integrieren. Das steigert die Zufriedenheit und erweckt nicht das Gefühl, etwas zu verpassen in Sachen Selbstoptimierung.

Dabei sollen Benefits den Job aufwerten und nicht rechtfertigen. Es gibt mehrere Benefit Kategorien, von denen wir einige hier im Blog ja bereits aufgezählt hatten.

Erstens: Flexibilitäts-Benefits

Flexible Arbeitszeiten, großzügige Urlaubsplanung, Dienstwagen, Jobtickets, E-Bike-Mitgliedschaften: All das sind Benefits, die den Alltag flexibler und mobiler gestalten. In 32.550 Stellenangeboten wurde allein im Monat Oktober ein Jobticket oder zumindest eine Fahrkostenübernahme erwähnt.

Immer beliebter, nicht nur bei Pendlern oder berufstätigen Eltern, werden auch Home-Office-Zeiten. Viele Berufsprofile sind ortsunabhängig und vielen Arbeitnehmerin ist eine örtliche sowie zeitliche Flexibilität im Job wichtig. Doch noch nicht bei allen Arbeitgebern ist dies angekommen.

Zweitens: Give-Aways und Materielles

Es ist manchmal auch schön im Leben, was an der Hand zu haben. Etwas Handfestes wie Diensthandys und Notebooks zum Beispiel, ausgestattet mit der neusten Technik. Auch Dienstwagen können privat benutzt werden und sind ebenfalls beliebte Give-Aways.

Allein im Oktober 2019 wurde in 11.749 Stellenangeboten auf das Benefit Diensthandy hingewiesen. Doch Obacht vor ständiger Erreichbarkeit und anderen Fallstricken, die diese Benefits unweigerlich mit sich bringen.

Healthy Living:

Mehr und mehr drängt sich in den Offices der Wunsch nach mehr Gesundheit in der Unternehmenslandschaft auf. Dazu gehören Sportkurse, Yoga, Fitnessstudio-Mitgliedschaften oder Gutscheine, die je nach Größe und Kooperationen des Betriebs angeboten werden können. Sogar Betriebsärzte, Massagen und Impfaktionen werden von Firmen angeboten.

Im Oktober dieses Jahrs wurde in ganzen 26.944 Stellenausschreibungen entweder auf Sportprogramme, eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder Fitnesskurse o.ä. verwiesen. Fun-Fact: Ebenfalls im Oktober 2019 wurden in immerhin 30 Positionen ein Napping Room oder eine Relax Area innerhalb des Office angeboten. Studien belegen nämlich, dass kurze Powernaps die Produktivität fördern können. Diese Studien scheinen bisher aber nur die wenigsten Arbeitgeber davon überzeugt zu haben, so einen zusätzlichen Raum zu Relaxen einzurichten.

Social Benefits:

Wurzeln und Flügel soll man haben. So heißt es in einem kitschigen Instagram Spruch. Letztendlich bedeutet dies aber, dass es trotz aller Freiheit, Unabhängigkeit und Individualität gut ist, wenn man Sicherheiten hat, auch in Bezug auf Zukunftsängste. So gibt es beispielsweise die betriebliche Altersvorsorge oder steuerfreie Zukunftssicherungen (Lebens-, Unfall-, Berufsunfähigkeitsversicherung etc.) als Social Benefits.

Fun-Fact: Im Oktober 2019 wurden in immerhin 30 Positionen ein Napping Room oder eine Relax Area innerhalb des Office angeboten.

Mitarbeiterverpflegung, Sprachkurse und Reisen

Nachdem wir im letzten Text die Vorzüge eines Friday-Beers lobend erwähnt haben, möchten wir nun auf das allseits beliebte koffeinhaltige Trend-Getränk Club Mate hinweisen.  Das Getränk basiert auf der Mate-Pflanze, die in Südamerika ihren Ursprung hat und eine belebende Wirkung haben soll.

Im Oktober 2019 wurde Club Mate 209-mal als Benefit in einer Stellenanzeige offeriert. Generell ist Mitarbeiterverpflegung ein sehr häufiges Benefit. Allein im Oktober wurde in 79.134 Stellenanzeigen Mitarbeiterverpflegung in Form von Essensvergünstigungen, Obst, kostenlosen Getränken oder Mahlzeiten erwähnt. Gegessen wird eben immer.Auch Sprachkurse wie Business-Englisch, Chinesisch und Co gelten als Benefit, diese wurden innerhalb des Monats Oktober 2.554-mal in Stellenanzeigen erwähnt.

Urlaubs- oder Reisegeld

Kaum zu glauben, aber Urlaubsgeld wurde in einem Monat 243.457-mal offeriert, Reisebudget als solches hingegen nur 3-mal.

Schade ist, dass viele Arbeitgeber mitunter immer noch maximale Flexibilität von ihren Angestellten fordern und dabei selbst keine Flexibilität bieten wollen. Das ist in Sachen Urlaubsplanung oft ein Problem, da lange Urlaube ab vier Wochen kaum genehmigt werden können. Auch Extra-Urlaub ist ein eher seltenes Benefit.

Popcornmaschine und Co: Das sind die besten Arbeitgeber

Dass die Mitarbeiter hier nach der Arbeit wieder freiwillig nach Hause gehen, ist schon ein Wunder. Zum Beispiel in der Berliner Start-up-Szene, wo man sich mit Hilfe einer Popcornmschine nach dem Brainstorming belohnt. Adidas stellt seinen Mitarbeiterinnen die gelegentliche Begegnung mit Prominenten in Aussicht, während Mitarbeiter von Google sich über unbegrenzten Urlaub freuen können. Und AirBnB stellt seinen Mitarbeitern sehr passend ein jährliches Reisebudget in Aussicht. Mitarbeiter des englischen Unternehmens The Body Shop dürfen Sonderurlaub nehmen, solange sie ehrenamtlichen Tätigkeiten dabei nachgehen. Das Unternehmen Storck hingegen bietet extra Spielecken für Kinder und deren Eltern die Möglichkeit, im Notfall ihre Kinder in das so genannte Familienbüro mit zur Arbeit bringen.

Übrigens: Umfragen zufolge würden sich fast die Hälfte aller Arbeitnehmer für eine Vier-Tage-Woche bei gleichbleibender Arbeitszeit entscheiden. In Ländern wie Österreich ist ein 12 Stunden Tag erlaubt, was eine komprimierte Arbeitswoche ermöglichen würde. Dies wird jedoch noch nicht umgesetzt.

In diesen Beispielen zeigt sich, dass Firmen-Zusatzleistungen auch etwas damit zu tun haben, die Werte eines Unternehmens glaubwürdig zu vermitteln.

Fazit: Firmen können nicht mehr auf einen Wettbewerbsvorteil durch einzelne Benefits hoffen, sondern es wird eher als Nachteil angesehen, dass es sie nicht gibt. Sind die Fachkräfte dann jedoch an Land gezogen, tragen Benefits zur Mitarbeiterbindung und Zufriedenheit bei.

Gender-Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern auf dieser Website die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.

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