Die Druckerschwärze und das Recruiting

2018-11-29T11:15:09+00:00

Warum der Print Stellenmarkt quicklebendig ist

Bedeutung von Print-Stellenanzeigen für das Recruiting

Digitalisierung, Digitalisierung, Digitalisierung – Es ist das Schlagwort unserer Zeit. Kaum ein Tag vergeht, an dem Politik, Medien und Influencer sich nicht mit dem Thema beschäftigen. Das gilt auch für uns von index – wie der Digitalisierungskompass 2018 zeigt, den wir gemeinsam mit Prognos und dem Handelsblatt vor einigen Wochen veröffentlicht haben. Der Tenor der Meinungen und Berichte ist dabei klar: Die Digitalisierung eröffnet ungeahnte neue Chancen und es ist von größter Bedeutung, jetzt die Weichen richtig zu stellen.

Das gilt auch für den Stellenmarkt, der heute für viele schon fast synonym für Online-Jobbörsen, Karriere-Webseiten und Mobile Recruiting steht. Tatsächlich entstehen hier immer wieder neue Angebote, die in der vordigitalen Zeit undenkbar waren, wie z. B. Truffls, das Tinder der Jobbörsen. Auch die Platzhirsche im Online-Segment entwickeln sich kontinuierlich weiter, wie etwa StepStone mit dem sogenannten Liquid Design. Die nächsten Schritte der Digitalisierung werden auch hier zusätzliche Möglichkeiten eröffnen und neue Services entstehen lassen.

Daneben erscheint die klassische Stellenanzeige in der guten, alten Tageszeitung oder in einer Fachzeitschrift schon fast antiquiert – 2018 ist das nur noch etwas für Unternehmen, die den Zug der Zeit verpasst haben und für die paar Menschen, die keinen Computer bedienen können.

Doch wer so denkt, könnte nicht falscher liegen. Denn wenn man einen genaueren Blick auf den Stellenmarkt wirft, entdeckt man, dass Print im Recruiting immer noch quicklebendig ist. Und zwar aus guten Gründen.

Print lebt!

Analyse des Print-Stellenmarktes 2018

Analyse Print-Stellenmarkt 2018
Passiv-Suchende im Print Stellenmarkt

Auch die erreichen, die gar nicht suchen

Anders als die Online-Jobbörsen erreicht Print auch Menschen, die nicht aktiv auf Jobsuche sind. Gerade in Zeiten, in denen der Wettbewerb um die besten Köpfe immer härter geworden und gleichzeitig die Wechselwilligkeit niedrig ist, wird es umso wichtiger, auch Passiv-Suchende zu erreichen. Nach einer Umfrage von Xing, die Anfang 2018 veröffentlicht wurde, ziehen 63 Prozent der Deutschen aktuell keinen Jobwechsel in Erwägung – ein großes Recruiting-Potenzial, das online nur schwer erreicht wird. In Printmedien werden auch diese Personen, quasi im „Vorbeilesen“ auf interessante Jobangebote und Arbeitgeber aufmerksam und entschließen sich im Idealfall doch zu einer Bewerbung.

Auf die Zielgruppe kommt es an

Sicher, die Breitenwirkung der Printanzeige geht einher mit größeren Streuverlusten als im Online-Bereich. Entsprechend wichtig ist es, bei der Mediaplanung besonders sorgfältig vorzugehen: Welche Zielgruppen möchte ich in welchen Regionen erreichen? Welche Medien werden von diesen Zielgruppen gelesen? Welche Formate kann ich nutzen, um die Aufmerksamkeit dieser Leser zu bekommen? Das sind die entscheidenden Fragen, die sich Recruiter hier stellen müssen.

In der index Anzeigenresonanzanalyse befragen wir kontinuierlich Unternehmen zum Erfolg der von ihnen geschalteten Stellenanzeigen. Vergleicht man dabei Print- und Online-Anzeigen liegt die Einstellungsquote bei Print mit 49 Prozent etwas höher als im Online-Bereich (46 Prozent). Allerdings gibt es deutliche Unterschiede, wenn man einzelne Branchen betrachtet. So lag die Einstellungsquote bei Printanzeigen in den vergangenen zwei Jahren beispielsweise in der Öffentlichen Verwaltung deutlich höher als bei Onlineanzeigen (87 Prozent bei Print gegenüber 78 Prozent bei Online). Ähnliches gilt für die Finanz- und Versicherungsbranche (56 Prozent bei Print gegenüber 48 Prozent bei Online). Im Baugewerbe schneidet dagegen Online besser ab. Der genaue Blick auf die Zielgruppe bleibt also entscheidend.

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Imagefaktor Print

Die große Breitenwirkung der Printmedien zeigt sich auch bei der deutlichen Zunahme an Imageanzeigen. So schalteten im zweiten Quartal 2018 fast doppelt so viele Unternehmen Imageanzeigen in Printtiteln wie Anfang 2017. Angesichts des Fachkräftemangels, arbeiten viele Firmen verstärkt an ihrem Image als Arbeitgeber. Eine größere Bekanntheit und eine positive Wahrnehmung in der Öffentlichkeit lassen sich dabei gerade im regionalen Umfeld sehr gut über Printmedien erreichen. Viele Verlagen ist dies durchaus bewusst und sie bieten ihren Anzeigenkunden deshalb auch gezielt Employer-Branding-Lösungen an, mit denen sie sich als Arbeitgeber positionieren und ihre Alleinstellungsmerkmale kommunizieren können.

Entwicklung Imageanzeigen im Print Stellenmarkt

Print Stellenmarkt: Regionales Recruiting für den globalen Wettbewerb

Dieser regionale Faktor spielt aber nicht nur beim Image, sondern auch bei den klassischen Print-Stellenausschreibungen eine entscheidende Rolle. Laut dem StepStone Mobilitätsreport 2018 können sich 47 Prozent der Befragten vorstellen, für einen neuen Job den Wohnort zu wechseln. Über die Hälfte der Personen ist also nicht bereit, die Heimatregion aus beruflichen Gründen zu verlassen. Gerade diese große, stark in ihrem Umfeld verwurzelte Zielgruppe kann gut über Printmedien erreicht werden.

Für viele Menschen, insbesondere im eher ländlichen Raum, ist die regionale Tageszeitung eine wichtige Informationsquelle und gleichzeitig auch ein Stück Heimat. Sie liegt seit Jahrzehnten auf den Frühstückstischen der Region und ist fest in der öffentlichen Wahrnehmung verwurzelt. Die Vertrautheit der Menschen mit „ihrer“ Zeitung ist groß – ein Faktor, von dem Recruiter profitieren können. Dabei spielt auch die Familie eine große Rolle. Selbst wenn die jüngere Zielgruppe die Zeitung nicht abonniert hat, so haben es doch meist die Eltern oder Großeltern. Diese wiederum sind wichtige Entscheidungshelfer wenn es z. B. um Ausbildungsplätze oder allgemein den Berufseinstieg geht.

Die regionalen Zeitungen sind die Platzhirsche in ihrem Verbreitungsgebiet, sie genießen deshalb häufig schon eine hohe Grundaufmerksamkeit. Zusätzlich investieren die Verlagshäuser in der Regel stark in ihr regionales Marketing, ein weiterer Umstand, von dem auch die personalsuchenden Unternehmen profitieren.

Kombi-Pakete Print- und Online-Stellenanzeigen

Das Beste aus beiden Welten – Print bedeutet heute meist Kombipaket

Gleichzeitig sind die Verlage als Medienprofis natürlich auch schon seit langem in der digitalen Welt aktiv – selbstverständlich auch beim Thema Stellenmarkt. Die regionalen Jobbörsen der Verlage sind gut verankert und überzeugen meist mit großen Nutzerzahlen. Die Kombination aus Print- und Online-Anzeige ist mittlerweile Standard. Durch die Nutzung von Kombipaketen verlängert und erweitert das suchende Unternehmen die Wirkung der Printanzeige. Gleichzeitig verlängern viele Verlage ihre Reichweite mittlerweile auch über Social Media, so dass die Anzeigenkunden über Facebook & Co. ihre Zielgruppen erreichen. Die Frage ist also nicht, ob die Printanzeige weiterlebt, sondern welche Kombinationen in Zukunft den größten Erfolg bringen werden. Hier werden wir sicherlich noch viele spannende Ansätze sehen.

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