ESC 2019 – Stellenanzeigen für die Stars von morgen?

Berufe rund um die Musik

Euro Vision Song Contest

Gerade findet der 64. Eurovision Song Contest in Israel statt. In Tel Aviv treten 41 Länder in der hohen Kunst der Musik gegeneinander an. Als diesjährige Favoriten gelten unter anderem die Kandidaten der Niederlande, der Schweiz und natürlich Schweden, das mit sechs ersten und sechs dritten Plätzen auch insgesamt zu den erfolgreichsten ESC-Ländern gehört. Zu den Teilnahmebedingungen gehört übrigens, dass höchstens sechs Personen auf der Bühne mitwirken dürfen, das Lied live gesungen werden muss und der Auftritt keine politische Botschaft enthalten darf.

Wie sieht es eigentlich in musikalischer Hinsicht auf dem Stellenmarkt aus? Wie viele Jobs rund um das Thema Musik und Unterhaltung. Und welche kreative Jobbezeichnung hätte 12 Punkte verdient?

“The only truth is music.” ― Jack Kerouac

Normalerweise schreiben erfolgreiche Pop-Bands natürlich nicht brav ein Stellengesuch in der nächstbesten Jobbörse aus. Das würde ja auch den ganzen Mythos des Rockstarlebens zerstören, oder? Zwischen (Rock- oder Pop-) Musikern wird das Recruiting intern geregelt. Das heißt, man wirbt sich gegenseitig von anderen Bands ab oder erstellt Aushänge in Bars, Clubs oder Anzeigen in Social Media Gruppen. Wie bei den meisten künstlerischen Berufen zählen hier eher Kontakte und Empfehlungen als Lebensläufe oder Soft-Skills.

Trotzdem gruppieren sich rund um das Wort Musik natürlich jede Menge kreative Job-Positionen.

Fun-Fact: In Deutschland gab es in den letzten drei Monaten zwar 5.579 Stellenanzeigen, die das Wort Musik oder das englische Pendant Music beinhalteten, dabei handelte es sich jedoch lediglich um 1.058 Positionen, also um wirkliche Berufe. In den anderen Fällen wurden z.B. Räumlichkeiten beworben, in denen man Musik hören kann, etwa im Rahmen einer Erziehertätigkeit etc..

Doch welche Branche macht den größten Anteil der Musikberufe aus?

In der Branche „Kreative künstlerische und unterhaltende Tätigkeit“ wurden 2019 von Februar bis April 293 Berufe mit Musik im Titel ausgeschrieben, was 9,6 Prozent der Branche ausmacht. Dazu gehören zum Beispiel Kirchenmusiker, ebenso Musiktherapeuten oder -Pädagogen (zB. Musiklehrer an Schulen). Auch in der Branche „Erbringung von Dienstleistungen des Sports, der Unterhaltung und der Erholung“ werden Positionen ausgeschrieben, die mehr oder weniger viel mit Musik zu tun haben. In den letzten drei Monaten waren das 208 Stellen. Berufe hier sind unter anderem DJ, Mitarbeiter für Musik Festivals, Orchesterwarte oder Regieassistenten für Musiktheater. Innerhalb der Branche macht dieser Anteil jedoch nur 1,9 Prozent aus.

Welche spannenden Jobs gibt es noch in diesem Kontext?

Zum Beispiel gibt es den Business Relations Manager Digital Music. Es geht bei diesem Beruf vor allem darum, Netzwerke innerhalb der Musik- und Künstlercommunity auszubauen und davon zu profitieren, gleichzeitig sollte man ein Verkaufstalent sein und innovativ sowie ergebnisorientiert denken, besonders im Hinblick auf Vertragsabschlüsse im Musikmanagement.

Im Berufsfeld „Wissenschaft/Aus- und Weiterbildung“ macht der Anteil an Musik-Stellenanzeigen knapp 2 Prozent aus, was vergleichsweise hoch ist, wenn man sich den Anteil des Begriffs am Gesamtstellenmarkt ansieht (0,2 Prozent). Zum Bereich Weiterbildung zählen z.B. Musikpädagogen, Orchesterleitung, Musiklehrer, Professur für Kontrabass, Dozent für den Fachbereich Musik. Der allgemeine Lehrermangel betrifft auch die Musikpädagogik.
Im Berufsfeld „Marketing, PR und Werbung“, zu dem unter anderem Musikredakteure, Content Creater und Event Manager sowie Music Content Editor oder Veranstaltungsleitung gehören, beträgt der Anteil immerhin noch rund ein Prozent.

Fun-Fact: Peinliche ESC-Pannen

Während des ESC 2011 in Düsseldorf kam es zu allerlei unerfreulichen Zwischenfällen. Zwei Mal fiel der Ton aus und die Zuschauer hörten ein fieses Rauschen, das über mehrere Minuten anhielt und so verwirrte Blicke auslöste. Kurz nachdem das Problem behoben war, brach die Tontechnik erneut zusammen und die Kommentatoren der Show mussten via Telefon kommunizieren. Außerdem erlitten einige Besucher Verbrennungen von zu grell eingestellten Scheinwerfern.

 

Bundesländervergleich: The Sound of Berlin

Nicht verwunderlich- das Bundesland mit dem höchsten Anteil an musikbezogenen Stellenanzeigen im Ländervergleich ist Berlin mit einem Anteil von rund 19 Prozent Stellenanzeigen, die das Wort Musik oder Music beinhalten. Das könnte an den zahlreichen Tonstudios und Plattenlabels liegen. Neben der Warner Music Group, Noize Fabric and Co beheimatet die deutsche Hauptstadt rund 89 wichtige Musiklabels.

Musik Stellenmarkt

Dicht hinter Berlin rangieren Bayern (rund 17 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (rund 14 Prozent) als Platz 2 und 3 der musikalischsten Bundesländer. In Bayern sitzen viele namhafte TV-Produktionen und Senderriesen wie Bavaria und Pro 7. Außerdem hat Sony erst vor kurzem seinen deutschen Hauptsitz von München nach Berlin verlegt.

Nordrhein-Westfalen ist bekannt für seine Medien-Affinität, wozu eine große Agentur- und Werbelandschaft sowie eine Dichte an TV-Produktionsfirmen und Sendern beitragen. Beispiele sind WDR, RTL oder Endemol.

Favoritenvergleich ESC

Favoritenvergleich: Niederlande vs. Schweiz

Zu den diesjährigen Favoriten gehören Duncan Laurence aus den Niederlanden mit seinem Titel „Arcade“ sowie Luca Hänni aus der Schweiz mit dem Song „She got me“. Diese beiden jungen Männer verbindet ihre jugendliche Frische, nicht aber ihr Gesangsstil.

Wie sieht der Stellenmarkt in diesen Ländern aus? Wo sind die Leute musikalischer? Beim Favoritenvergleich fällt auf, dass Schweden mehr „Musikpositionen“ vergeben zu hat, auch wenn der Stellenmarkt insgesamt kleiner ist. Dabei wurde nach den Begriffen „music“ und dem jeweils schwedischen und niederländischen Pendant gesucht.

Mehr News und Kuriositäten des deutschen Stellenmarkts gibt es hier.

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