Hilfe bei der Wohnungssuche

Wie Arbeitgeber den prekären Wohnungsmarkt jetzt für sich nutzen

Wohnnungsmarkt Stellenmarkt

54,4 Prozent der Deutschen wohnen zur Miete und liegen damit europaweit an der Spitze. Dass der Wohnungsmarkt, besonders in Großstädten wie Berlin, Hamburg oder Köln, ziemlich angezogen hat und die Luft langsam dünn wird unter den Suchenden, ist kein neues Problem. Dass sich die Mietpreise pro Quadratmeter in den letzten fünf Jahren teilweise verdoppelt haben, auch nicht. Wie schön wäre es in dieser Situation, wenn jemand bei der Suche nach neuem Wohnraum helfen könnte? Oder wie hilfreich wäre es, wenn man mit dem neuen Job sogar gleich eine neue Wohnung serviert bekäme?

Den Missstand auf dem Wohnungsmarkt nutzen immer mehr Unternehmen nun für sich. Zunehmend bieten Arbeitgeber  im Kampf um neue Mitarbeiter Dienstwohnungen oder zumindest Hilfe beim Umzug an.

Mitarbeiterwohnungen als neues Benefit?

Jeder kennt die Geschichten von Wohnungsbaugesellschaften, die Studenten für ihre WGs pro Person 20.000 Euro anbieten, damit diese ihre geliebte Altbau-Wohnung in Berlin Mitte oder Köln Südstadt verlassen und Tür und Tor für das florierende Geschäft mit den Ferien- und Eigentumswohnungen öffnen. Es gibt einfach keinen Platz mehr, jede Brachfläche wird verbaut, jede Abstellkammer vermietet. Massenbesichtigungen und monatelanges, nervenaufreibendes Wohnungsgesuche sind die Folge.

Diesen Stress wollen einige Unternehmen ihren potenziellen Mitarbeitern ersparen und werben mit einem verlockenden Angebot um die Gunst der „Talents“: Dienstwohnungen. Allein im Jahr 2018 versprachen 1.358 Firmen bei 6.915 ausgeschriebenen Stellen ihren Mitarbeitern eine Unterkunft, Dienst- oder Firmenwohnung.

Stellenmarkt WohnungssucheAll-Inclusive-Service: Diese Berufsgruppen bekommen die Wohnung gleich on top

Besonders häufig sind Unterkünfte für Mitarbeiter in Branchen, in denen viel gereist wird oder Fachkräfte aus dem Ausland „eingekauft werden“, ebenso bei Saisonarbeit.

Freuen können sich zum Beispiel Menschen, die im Hotel- und Gastgewerbe arbeiten, ihnen wurde im Jahr 2018 immerhin in 2.559 Stellenangeboten eine Wohnung kredenzt. Auch in der Berufsgruppe Gesundheit, Medizin und Soziales wird Fachkräften häufig eine Unterkunft gestellt. Pflegekräfte aus dem Ausland sind beispielsweise sehr begehrt und wohnen oft direkt mit im Haus oder Betrieb. 1.579-mal wurden Dienst- oder Mitarbeiterwohnungen im letzten Jahr in Stellenanzeigen der Berufsgruppen Gesundheit, Medizin, Soziales als Benefit erwähnt. Auf Platz drei der All-Inclusive-Angebote liegen Tätigkeiten in Bauwesen, Handwerk und Umwelt (985 Positionen). Und es gibt noch mehr gute Nachrichten: Viele Unternehmen, die selbst keine Wohnung stellen können, bieten zumindest ihre Hilfe oder sogar einen Umzugszuschuss an. 2018 wurde in ganzen 16.506 Stellenanzeigen Unterstützung, Umzugskostenhilfe oder Umzugszuschuss angeboten.

Gute Nachrichten: Viele Unternehmen, die selbst keine Wohnung stellen können, bieten zumindest ihre Hilfe oder sogar einen Umzugszuschuss an. 2018 wurde in ganzen 16.506 Stellenanzeigen Unterstützung, Umzugskostenhilfe oder Umzugszuschuss angeboten.

Wie sich die Immobilienbranche in den letzten Jahren verändert hat

Auch auf den Stellenmarkt allgemein hat die prekäre Entwicklung des Wohnungsmarktes Auswirkungen. Besonders in der Branche Grundstücks- und Wohnungswesen ist die Anzahl der Firmen gestiegen. So suchten im ersten Quartal 2017 noch 3.838 Firmen aus der Immobilienbranche nach neuen Mitarbeitern und im selben Quartal 2019 bereits 4.819 Unternehmen. Das ergibt einen Zuwachs an Firmen von 26,6 Prozent.

Es ist also nicht alles schlecht, schließlich schafft der Wohnungsmangel zusammen mit dem daraus resultierenden Bauboom  auch neue Jobs auf dem Stellenmarkt.

WohnungsmarktLand in Sicht? ­ Was sagt die Politik zum Wohnungsmangel?

Und die Politik? Die 2015 verhängte Mietpreisbremse sollte helfen, überdurchschnittlich hohe Mieten wieder auf einen durchschnittlichen Preis zu begrenzen. Doch statistisch gesehen halten sich nicht alle Vermieter an die Mitpreisbremse. Das liegt zum Teil auch daran, dass es so viele Ausnahmeregelungen gibt. Zahlreiche Wohnungsbaugesellschaften benutzen den Trick, die Wohnung durch Sanierung in einen Neubauzustand zu versetzen und so die Mietpreisbremse zu umgehen.

Schlimmer noch: Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) stellten 2018 in einer Studie  fest, dass die Mieten in Gebieten mit Mietpreisbremse stärker gestiegen sind als in Städten ohne Mietdeckel. Deshalb fordern einige Parteien eine erneute Verschärfung des Gesetzes.

Gegen ein bisschen Unterstützung auf dem heiß umkämpften Wohnungsmarkt hat da sicher niemand etwas einzuwenden. Und wenn man zusätzlich direkt noch seinen Traumjob antritt, umso besser!

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