Klimawandel und Umwelt auf dem Stellenmarkt

Wie grün tickt Deutschland?

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Klimawandel und vor allem Klimaschutz ist derzeit in aller Munde. Grünes Denken scheint spätestens seit der Europawahl in den Köpfen der Bevölkerung anzukommen. Im Rahmen der Fridays for Future Bewegung gehen junge Menschen für die Rettung des Planeten auf die Straße. Man überlegt sich lieber zweimal, ob man noch seinen Coffee to go im Pappbecher bestellt oder beim Cocktailabend mit Freunden einen Mai Tai voll mit Plastik-Strohhalmen wirklich genießen kann. Der Wille ist also da, aber schlägt sich diese Haltung auch auf den Stellenmarkt nieder? Und wenn ja, welche Berufsgruppen denken mit in Sachen Klimaschutz und Umwelt und wo gibt es noch Verbesserungsbedarf? Um das herauszufinden, haben wir die Jobmarkt-Stellenanzeigen auf relevante Begriffe untersucht.

Ist das Thema auf dem Arbeitsmarkt angekommen?

Es wird langsam, könnte man sagen. Im ersten Quartal 2017 noch fanden die Worte „Klimaschutz“, „Umweltschutz“, „Klimawandel“ und „Naturschutz“ in rund 4.500 Anzeigen Erwähnung. Diese Zahl stieg kontinuierlich an und ist vom ersten Quartal 2017 bis zum ersten Quartal diesen Jahres um rund 52 Prozent gestiegen. Auch die Anzahl der Firmen, die sich mit diesen Themen beschäftigen, stieg um 36 Prozent.

Insgesamt lag der Anteil der „klimarelevanten“ Stellenangebote am Gesamtstellenmarkt im ersten Quartal 2019 bei 0,8 Prozent.

„Unser Planet ist unser Zuhause, unser einziges Zuhause. Wo sollen wir denn hingehen, wenn wir ihn zerstören.“
-Dalai Lama, im Interview mit Franz Alt

Diese Berufsgruppen könnten klimafreundlicher werden

Park

Unerwartet: Durchsucht man den Print- und Onlinestellenmarkt nach den oben genannten Begriffen, verortet sich die Berufsgruppe „Einkauf und Materialwirtschaft“ auf dem letzten Platz (1,1 Prozent). Obwohl sich die Materialwirtschaft allen Vorgängen, die den Produktionsbereich mit notwendigen Mitteln versorgen (z. B. Werkstoffe und Betriebsmittel) widmet, scheint es nicht viele im Bereich Umwelt und Klimaschutz spezialisierte Positionen zu geben. Hier gibt es also noch Luft nach oben. Auch im Einkauf, der sich ebenfalls mit der Beschaffung von Werkstoffen, Waren, Betriebsmitteln und Dienstleistungen sowie Logistik beschäftigt, wird das Thema Umwelt, Klima und Natur in den Stellenanzeigen eher vernachlässigt.

Wenn man sich den Anteil anschaut, den Positionen mit Umwelt- und Klimabezug innerhalb der Berufsgruppe Einkauf und Materialwirtschaft selbst ausmachen, bleiben diese mit 0,5 Prozent im unteren Mittelfeld.

New Solutions: Forscher und Ingenieure denken mit

Die Berufsgruppe Bauwesen, Handwerk und Umwelt erreicht nur Platz zwei auf dem Print- und Onlinestellenmarkt (rund 17 Prozent). Die Spitze (rund 32 Prozent) bilden die technischen Berufe, wozu Ingenieure, Konstrukteure und Architekten gezählt werden.

Naturschutz index Jobmarkt BlogDurch zahlreiche städtebauliche Innovationen und Smart-City-Projekte in Städten wie Hamburg, Köln oder Berlin richtet sich Deutschland im Kampf gegen den Klimawandel ein. Dazu gehört unter anderem der Bau sogenannter „Green Buildings“. Darunter versteht man umweltschonende und ressourceneffiziente Gebäude, die von ihrer Errichtung bis zu ihrem potenziellen Abriss die Umwelt so wenig wie möglich gefährden. Das globale Marktvolumen für diese lag im Jahr 2016 noch bei rund 133 Milliarden Euro und soll sich Prognosen zufolge bis 2025 mehr als verdoppeln. * Von Solarpanels auf dem Dach bis hin zu energieeffizienter Bepflanzung von Gebäuden – für innovative Baupläne und Ideen werden Fachkräfte gebraucht.

Neben Architekten und Konstrukteuren gehören dazu natürlich auch Projektmanager, die die Projekte betreuen und überwachen. Das zeigt auch unsere Analyse: Am dritthäufigsten kamen die Worte „Naturschutz, Umweltschutz, Klimawandel und Klimaschutz“ nämlich in der Berufsgruppe Organisation und Projektmanagement vor. Weitere Umstrukturierungen sozialer und städtebaulicher Institutionen zugunsten der Umwelt wären wünschenswert.

Schaut man sich den Anteil der gesuchten Begriffe innerhalb der Berufsgruppe Forschung und Entwicklung an, so ist dieser mit 2,2 Prozent der höchste. Neue Technologien müssen entwickelt werden, um Urbanisierung, Klimawandel und damit verbundene Risiken und Herausforderungen zu meistern.

Auszug aus einer Stellenanzeige in der Forschung und Entwicklung

Was macht eigentlich ein Klimaschutzbeauftragter?

Häufig liest man in Stellenanzeigen von „Klimaschutzbeauftragten“ oder Klimaschutzmanagern“. Doch was sind deren Aufgaben? Und wie wird man das eigentlich? Neben Projektmanagement und Projektleitung von Bau- und Umweltprojekten sorgen Klimaschutzbeauftragte dafür, dass Qualitätsstandards (z. B für die energetische Sanierung eines Gebäudes) eingehalten werden, stellen Finanzierungspläne auf und betreiben Networking mit wichtigen Leads, Akteuren und externen Fachleuten. Außerdem sorgen sie für die Einbindung und Abstimmung mit Projektbeteiligten und wirken beim Ausbau organisatorischer Strukturen des Energiemanagements mit. Auch Koordination und Wartung energetischer Gesichtspunkte gehört zum Aufgabenbereich.

Um Klimaschutzbeauftragter zu werden, ist ein Ingenieur-Studium oder ein abgeschlossenes Studium (Master of Science) der Fachrichtung Architektur/Bauingenieurwesen oder Elektrotechnik erforderlich. Zusätzlich sollte man sich während des Studiums oder während einer begleitenden beruflichen Tätigkeit zum Energiemanager bzw. Energieoptimierer spezialisieren.

Nur die Welt retten wollen reicht also nicht. Man muss vorher auch lernen wie.

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