Leev Marie… Alaaf und Helau

Karneval auf dem Stellenmarkt

Willkommen in der fünften Jahreszeit, liebe Pappnasen und Karnevalsverweigerer! Ob Fasching, Karneval, Fastabend oder Fastnacht – eins haben all diese Festivitäten gemeinsam: Man feiert, als gäbe es kein Morgen, es wird bunt, laut und feuchtfröhlich.

Zumindest in den großen Hochburgen des bunten Treibens wie Mainz, Köln oder Düsseldorf fließt das Bier und der Schweiß gleichermaßen. An 20 Februar, Weiberfastnacht, geht es los und zwar um 11.11 Uhr und dauert fortan fünf Tage. Am Aschermittwoch in der darauffolgenden Woche ist dann alles vorbei und die Fastenzeit wird eingeläutet. Soweit die Tradition.

Doch inwieweit wirkt sich Fasching auf den Stellenmarkt aus und ist Karneval wirklich ein eigenständiger Industriezweig, sprich: Werden hier Stellen geschaffen? Wenn ja, welche?

Wenn keine Narren auf der Welt wären, was wäre dann die Welt?

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter

Mitarbeiterin für alles gesucht

Im Zeitraum vom 01.07.2019 bis zum 10.02.2020 kamen die Worte Fasching oder Karneval in 588 Stellenangeboten vor. Nimmt man alle weiteren Synonyme wie Fastnacht oder Fastabend hinzu, landet man bei immerhin 2.913 Stellenangeboten innerhalb der genannten Monate.

Davon wurden übrigens am zweithäufigsten Mitarbeiter*innen gesucht, was so viel heißt wie Mädchen für alles, jemand der mit anpackt.

Welche Stellen werden an Karneval geschaffen?

Tatsächlich sind die meisten der Positionen, die in den Anzeigen beschrieben werden „Manager-Positionen“, ganze 363 an der Zahl im Zeitraum von acht Monaten. Jedoch muss das nichts heißen, da sich die Jobbezeichnungen in den letzten Jahren sehr geändert haben und der Zusatz Manager hierarchieunabhängig und inflationär gebraucht wird.

Ob Müllabfuhrt, Kostümhandel, Aufbauarbeiter oder vor allem Tresenkräfte… an Karneval sind helfende Hände Gold wert. Es muss mit angepackt werden. Mit am häufigsten werden Leute für Aufbau und Co gesucht.

Wie sieht es in den Branchen selbst aus? Floriert der Kostümhandel oder machen sich alle ihre Verkleidung selbst? Manche besonders ganz kreativen Feierpersonen stellen sich ihr Kostüm auch selbst zusammen und erfinden kreative Hinweise auf die aktuelle politische Situation. Somit stehen sie das aufwendig gestalteten Mottowägen an nichts nach in Sachen Gesellschaftskritik.

Der Letzte räumt die Erde auf

Neben Kostümhandel, Kellnern und Security hat auch Sicherheitspersonal und Polizei alle Hände voll zu tun. Im Alkoholrausch passieren bekanntermaßen nicht nur erfreuliche Dinge. Nachdem die letzten Pappnasen schon wieder im Bett sind und die ersten Jecken wieder vor den Kneipen anstehen, muss ja auch einer den ganzen Müll wieder einsammeln.

Seit einigen Jahren herrscht zum Glück Glasflaschenverbot auf den großen Feiermeilen, wie der Kölner und Düsseldorfer Altstadt. Denn scherbenfrei macht alles viel mehr Spaß.

Gerne werden für derartige Hilfsarbeiten auch Senioren, Studenten und Teilzeitkräfte rekrutiert.

In welchen Städten werden die meisten Karnevalsanzeigen geschaltet?

In Köln werden die meisten Stellen ausgeschrieben und zwar ganze 958 Positionen, dicht gefolgt von Düsseldorf mit 468 Stellenangeboten, in denen Fasching oder ein Synonym erwähnt werden.

Auf Platz drei folgt München und danach Mainz. Die Stadt Berlin ist natürlich viel zu cool für derartige Narrereien und deshalb werden dort auch nur 48 Positionen im Zusammenhang mit Fasching in den acht Monaten veröffentlicht.

Im index-office in Berlin Mitte ist man also weit davon entfernt, Karneval zu feiern, es sei denn man kommt aus dem Rheinland und kann alle Lieder auf der Spotify-Playlist mitgrölen.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei

In einem Karnevalslied von Jupp Schmitz des Jahres 1978 heißt es:

Am Aschermittwoch
Ist alles vorbei (ist alles vorbei)
Die Schwüre von Treue
Sie brechen entzwei (sie brechen entzwei)

Ganz so dramatisch ist es zwar um den deutschen Stellenmarkt nicht bestellt, jedoch lässt sich zum Fazit sagen: Einen konkreten Karnevalsbezug gibt es in den Stellenanzeigen eher selten, in vielen Anzeigen geht es eher um Benefits und Urlaubstage, die damit in Zusammenhang stehen.

Tip fürs Büro: Wie wäre es mit einer After-Work-Kostümparty, für diejenigen, die auch auf der Arbeit ein bisschen rheinischen Frohsinn verbreiten wollen?

Wir wünschen frohes Feiern!

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Bilder: unspash.com/pixaby.com

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