Quereinstieg möglich!

Warum Arbeitgeber Quereinsteigern (m/w/d) eine Chance geben sollten

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Die Lebensläufe werden immer fragmentarischer und der demografische Wandel stellt auch den Arbeitsmarkt vor Herausforderungen. Zudem machen viele Menschen später beruflich etwas ganz anderes als das, was sie studiert haben. Allein im Januar 2018 wurden insgesamt 62.518 Stellen für Quereinsteiger*innen ausgeschrieben. Das entspricht 4,3 Prozent aller offenen Jobs.

Studienabbrechern und Quereinsteigern eine Chance zu bieten kann das Arbeitsklima bereichern und neue Perspektiven auftun. Worauf müssen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber achten und in welcher Branche lohnt sich ein Quereinstieg? Ein Blick auf den Stellenmarkt.

Auf Umwegen zum Traumjob: dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Gerade im sozialen Bereich herrscht akuter Fachkräftemangel. Tätigkeiten wie die des Erziehers, Lehrers und Pflegers werden in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen. Da gerade der Bildungssektor weiterhin Ländersache ist, bestimmen diese auch unabhängig voneinander die Zugangsbedingungen zu pädagogischen Berufen. Die jeweiligen Voraussetzungen variieren von Bundesland zu Bundesland. In Berlin beispielsweise ist ein Quereinstieg in den Lehrerberuf nur möglich, wenn es für das Unterrichtsfach, das dem Studienabschluss des Bewerbers entspricht, einen Bedarf an den Schulen gibt. Voraussetzung ist, dass die Bewerberin oder der Bewerber von einer Schule für eine unbefristete Beschäftigung ausgewählt wurde. Weitere Voraussetzungen sind entweder ein lehramtsbezogener Master of Education oder die Erste Staatsprüfung für das Lehramt oder ein Diplom-, Master- oder Magisterabschluss, der an einer Universität oder Fachhochschule erworben wurde und dem sich mindestens ein Fach der Berliner Schule zuordnen lässt.

Besonders Vertriebs- und Verkaufsstellen sind offen für Quereinsteiger: Hier richtet sich jedes 10. Jobangebot ganz explizit an an diese Gruppe.

Quereinstieg geht also nicht überall „gleich leicht“, doch wenn man es wirklich ernst meint mit dem Jobwechsel, nimmt man gerne auch ein paar zusätzliche „Lehrjahre“ in Kauf.

Haifischbecken QuereinstiegDas Konzept „lebenslanges Lernen“ setzt sich damit auseinander, wie Menschen befähigt werden, während ihrer gesamten Lebensspanne zu lernen. Lebenslanges Lernen entstand im Zuge der Bildungsdebatten der letzten Jahre und setzt wesentlich auf die Selbst- und Informationskompetenz des Individuums. Das Konzept hat mittlerweile Aufnahme in viele bildungspolitische Programme gefunden.

Diese Branchen und Berufe eignen sich besonders für den Quereinstieg

Besonders im Handel ist ein Quereinstieg schnell machbar und gefragter denn je: 6,1 Prozent aller Jobs in der Branche sind offiziell offen für Quereinsteiger*innen. Auch in den Branchen Verkehr, Logistik (5,1 Prozent) und Dienstleistungen (ausgenommen technische und wissenschaftliche Dienstleistungen) mit 5,5 Prozent können Quereinsteiger*innen besonders gut Fuß fassen. Personaldienstleister*innen motivieren hier besonders oft fachfremde Interessierte sich zu bewerben.

Schwierig dagegen wird ein Quereinstieg bei wissenschaftlichen und technischen Dienstleistern (0,7 Prozent) und im öffentlichen Dienst (0,3 Prozent), denn in diesen Branchen sind die formalen Zugangskriterien besonders hoch.

Auch Office-Berufe und Tätigkeiten in Verkehr, Logistik bieten Quereinsteigern besonders gute Chancen für einen Wechsel. Erwartungsgemäß sind die Anforderungen für Jobs in Forschung und Wissenschaft mit lediglich 2,0 Prozent sowie dem Sektor Gesundheit und Soziales mit 1,4 Prozent formal besonders hoch und daher eher nicht für Quereinsteiger ohne einschlägige Zertifikate und Abschlüsse geeignet.

Chancen und Risiken für Recruiter: Was Sie bei Quereinsteigern beachten sollten

Für Recruiter ist es zunächst wichtig, die Gründe für die Entwicklung nachvollziehen zu können. Man unterscheidet zwischen freiwilligen und unfreiwilligen Quereinsteigern. Also muss der Recruiter nachvollziehen können, ob die Bewerber sich beruflich gemäß ihren Fähigkeiten in eine neue Richtung orientieren wollen oder ob sie durch Kündigung oder sonstige betriebliche Vorfälle dazu gezwungen waren.

Wenn das fachspezifische Wissen für den neuen Job vorhanden ist, kann eine starke Veränderung im Lebenslauf durchaus Interesse hervorrufen. Das ermöglicht es dem Unternehmen, jemanden mit einem frischen Blick und neuen Ideen einzustellen. Zudem hat die Kandidatin oder der Kandidat scheinbar genug Biss und Durchhaltevermögen, um noch einmal etwas ganz Neues anzugehen. Gefragt im steten Wandel der Digitalisierung ist neben Fachwissen auch die Fähigkeit, sich schneller an strukturelle Veränderungen anzupassen. Lernkompetenz wird zu einem wichtigen Schlüssel. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in diesem Bereich fördern, haben einen Wettbewerbsvorteil, weil sie flexibler reagieren können. Außerdem ist durch die besondere Motivation in einer neuen Branche Fuß fassen zu wollen ein hohes Maß an Kreativität vorhanden. Das sind positive Eigenschaften, die sich durchaus im Job bezahlt machen können.

Quereinsteiger Bilder

„Studienabbrecher“ bleibt ein negativ konnotiertes Wort

Eine Frage der Formulierung? Studienabbrecher werden in Stellenanzeigen sehr selten explizit gesucht, aber immerhin haben 452 Firmen  im letzten Jahr 1.181 Jobs explizit für diese Zielgruppe ausgeschrieben. Das entspricht insgesamt einem Anteil von gerade einmal 0,1 Prozent des gesamten Stellenmarktes im Vergleich zum Begriff des  Quereinsteigers allgemein, wo der Anteil bei 4,3 Prozent liegt.

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