Volle Auftragsbücher – aber wer soll’s machen?

Rückblick auf den Stellenmarkt 2017 und Ausblick auf 2018

Deutlicher Anstieg der Stellenanzeigenschaltung

Unsere Dreijahresbetrachtung des Stellenmarkts zeigt, dass die Zahl der Stellenanzeigen deutlich gestiegen ist. Die vollen Auftragsbücher der deutschen Wirtschaft haben für eine kontinuierlich wachsende Nachfrage nach Mitarbeitern gesorgt: Vom zweiten Quartal 2016 bis zum dritten Quartal 2017 gab es tatsächlich kein Quartal mit rückläufigen Anzeigenschaltungen. Mit 2,35 Mio. Stellenangeboten wurde im Herbstquartal 2017 dann auch der Spitzenwert erreicht.

Die Ausnahme – und damit den schlechtesten Wert in 2017 – bildet das vierte Quartal 2017 mit 2,08 Mio. Ausschreibungen. Hier spielen sicherlich saisonale Gründe eine Rolle – wobei im Vorjahr allerdings kein Rückgang der Anzeigenschaltung zum Jahresende zu sehen war. Unter Umständen könnte hier also die schwierige und noch nicht abgeschlossene Regierungsbildung eine Rolle gespielt haben. Hat sie Verunsicherung bei den Unternehmen ausgelöst? Das wird sich wohl erst nach dem ersten Quartal 2018 genauer sagen lassen.

Fakt ist jedoch: Der Konkurrenzkampf um passendes Personal wird immer härter. Zentrale Faktoren für den wachsenden Personalbedarf sind auf der einen Seite die hohe Zahl von Mitarbeitern, die in die Rente ein- und damit aus den Unternehmen austritt und auf der anderen Seite der Nachwuchsmangel aufgrund der niedrigeren Geburtenraten. Hinzu kommt der spätere Berufseintritt, da immer mehr junge Menschen studieren.

Eine steigende Zahl von Unternehmen und auch Personaldienstleistern setzt deswegen auf alternative Recruitingwege, wie z. B. Active Sourcing oder Social Recruiting.

Anzahl ausgeschriebener Stellenangebote

Entwicklung der Anzeigenumsätze ebenfalls im Höhenflug

Mehr Stellenanzeigen bedeutet gleichzeitig mehr Anzeigenumsatz – klare Rechnung. Entsprechend des aktuellen Stellenmarkttrends sind also auch die Anzeigenumsätze deutlich gestiegen. Hier wurde mit rund 747 Mio. Euro der Spitzenwert ebenfalls im dritten Quartal 2017 erreicht. Gute Zeiten also für Jobbörsen und Verlage.

Berlin – the place to work!

Dass die wirtschaftlich starken Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg das größte Jobangebot zu bieten haben, dürfte die wenigsten überraschen. Auf Stadtkreisebene hat allerdings die nicht grade als Boom-Region bekannte Hauptstadt Berlin mit 457.500 Stellenausschreibungen im Jahr 2017 die Nase vorn, gefolgt von München (279.000) und Hamburg (254.800). Für Berlin gilt mittlerweile also wohl „arm, aber busy“. Die Top-10 werden von Düsseldorf, Köln, Frankfurt am Main, Dresden, Stuttgart, der Region Hannover und Mannheim komplettiert.

Regionaler Arbeitsmarkt: Jobangebote pro Bundesland

Vertriebsprofis und Experten für MINT-Berufe mit glänzenden Job-Perspektiven

Neben Tätigkeiten im Vertrieb/Verkauf gibt es vor allem für technische Berufe und Bauberufe die größte Personalnachfrage. Technische Berufe zählen zu den sogenannten Engpassberufen, bestätigt auch die aktuelle Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit. Insbesondere Ingenieure sind sehr begehrt, aber auch schwer zu rekrutieren. Dies ist vor allem ein Effekt der boomenden Baubranche in Deutschland.

Noch häufiger werden Verkaufsprofis gesucht. Bis auf einige wenige kaufmännische Ausbildungsberufe gibt es in Deutschland keine zentral festgelegte Qualifizierung für dieses Berufsprofil. Entsprechend schwierig ist es, den oder die Richtige/n zu finden. Darüber hinaus werden die Anforderungen an fachspezifische Kenntnisse zu einem Themenfeld und/oder Produkt immer höher, sodass mittlerweile vor allem Spezialisten mit Verkaufstalent gesucht werden. Die fachliche Expertise muss beim Verkäufer also stark ausgeprägt sein, was das Recruiting noch zusätzlich erschwert.

  1. Vertrieb / Verkauf: 280.000 Positionen
  2. Technische Berufe: 275.000 Positionen
  3. Bauwesen: 229.000 Positionen

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