Von der Kita ins Büro und zurück

19.09.2019|Allgemein|

Wie berufstätige Eltern die Herausforderung Kind vs. Karriere managen

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Am 16.09. war der Tag der berufstätigen Eltern, ein inoffizieller Feiertag, der ins Leben gerufen wurde, um diese gestressten Superhelden des Alltags zu ehren. Welche Herausforderungen begegnen berufstätigen Eltern und Alleinerziehenden und wie ist ihre Stellung auf dem Arbeitsmarkt? Welche Betreuungsangebote gibt es und werden in den Stellenanzeigen erwähnt?

Kind oder Karriere? Wir nehmen beides.

Auch auf dem Stellenmarkt wird sich langsam mehr in Richtung Familienfreundlichkeit bewegt. Allein im August 2019 wurde auf eine familienfreundliche oder -bewusste Arbeitskultur in 50.028 Stellenangeboten hingewiesen. Auch die Kinderbetreuung wurde im August in 4.477 Jobangeboten erwähnt.

„Mama, ich habe da Aua.“ – Rechte und Pflichten von berufstätigen Eltern

Natürlich sind berufstätige Eltern und Alleinerziehende auch durch das Gesetz geschützt. Doch nicht jedem ist klar, welche Regelungen es eigentlich gibt und vor allem, was nicht gesetzlich geregelt ist.

Für berufstätige Eltern gilt:

  • Pro Elternteil gibt es drei Jahre Elternzeit. Diese kann man frei wählen, bis spätestens am Tag vor dem achten Geburtstag des Kindes. Die Elternzeit wird nicht vergütet.
  • Elterngeld hingegen soll das fehlende Erwerbseinkommen ausgleichen. Insgesamt 14 Monate Basiselterngeld steht den Eltern zu, wenn sich beide an der Betreuung beteiligen.
  • Für die Betreuung eines kranken Kindes unter 12 Jahren dürfen Eltern bis zu 10 Tage im Jahr frei nehmen.
  • In der Elternzeit dürfen Arbeitnehmer nur in Ausnahmefällen gekündigt werden.
  • Im Vorstellungsgespräch sind weder Fragen nach der Familienplanung noch nach der konkreten Sicherstellung der Kinderbetreuung erlaubt.
  • Einen konkreten Anspruch auf Homeoffice gibt es für Eltern nicht, man kann jedoch bei Einstellung eine entsprechende Klausel im Arbeitsvertrag festlegen.
  • Außerdem gibt es auch keinen Anspruch, den Arbeitsplatz früher zu verlassen, um sein Kind von der Kita abzuholen. Hier helfen nur ein verständnisvoller Chef und transparente Gespräche.

KitaNichts als Stress: Alleinerziehende haben es noch schwerer

Im August dieses Jahrs wurden in 498 Stellenangeboten das Wort „alleinerziehend“ erwähnt. Sind durch den Fachkräftemangel ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt gestiegen? Für alleinerziehende Väter und Mütter ist es noch schwieriger, Kind und unter einen Hut zu bringen. Außerdem werden sie sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch auf dem Wohnungsmarkt untergehen, da die Betreuung der Kinder und das feste Einkommen oft unsicher wirkt. Deshalb gibt es zumindest einige rechtliche Grundlagen, die diese gebeutelte Bevölkerungsschicht ein bisschen auffangen sollen.

Aber: Ein explizites Gesetz für Alleinerziehende gibt es nicht. Jedoch gilt, wenn der Vorgesetzte Ermessenspielraum bei seinen Entscheidungen hat, muss er die speziellen Belange Alleinerziehender berücksichtigen. Leider ist diese Regelung Auslegungssache und deshalb nicht besonders zuverlässig.

Für die Betreuung eines kranken Kindes unter 12 Jahren haben alleinerziehende Eltern 20 Tage im Jahr zur Verfügung. Diejenigen, die aufgrund des fehlenden Erwerbseinkommens ausgleichendes Elterngeld beziehen, können die vollen 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen. Danach besteht die Möglichkeit auf Elterngeld Plus.

Wie verhalten sich berufstätige Eltern am besten im Arbeitsleben?

Zunächst steht es jedem Arbeitnehmer, in dessen Unternehmen mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigt sind, frei, Teilzeit zu beantragen. Viele junge Eltern wollen ihr Kind nicht den ganzen Tag abgeben und arbeiten deshalb in 20- bzw. 30-Stunden-Modellen. Auch im Schichtdienst muss man nicht arbeiten, wenn das Kind noch unter 12 Jahren ist und keine Betreuungsmöglichkeit gefunden wird.

Abgesehen von den vorhanden Rechten, ist es das Beste, möglichst transparent mit dem Chef zu kommunizieren und bei Problemen rund um Arbeitszeiten, Kinderbetreuung und Home-Office, eine Regelung zu finden, die allen Parteien gerecht wird. Auf diese Art muss man weder Kinder noch Karriere vernachlässigen.

Bestimmte Übereinkünfte können Eltern sich auch in den Vertrag schreiben lassen.

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