Zwischen Abenteuerlust und Verwaltungsstress

Die Herausforderungen der Expatriates

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„Niemals geht man so ganz“, trällerte schon Sängerin Trude Herr in den 80er Jahren. Ähnlich beruhigt sich wohl so mancher Expat beim Aufbruch in die neue Welt. Als Expatriate, kurz Expat, bezeichnet man eine Fach- oder Führungskraft, die von einer international tätigen Organisation, bei der sie beschäftigt ist, vorübergehend an eine ausländische Zweigstelle entsandt wird. Doch alle Brücken abzubauen und in der Fremde neu anzufangen ist gar nicht so einfach. Wir haben uns mögliche Probleme angeschaut und wissen auch, ob und wie Expatriates überhaupt in Stellenanzeigen auftauchen.

In welche Länder werden Expats entsandt?

Grundsätzlich können Expats in jedes Land entsandt werden. Bereits 2012 gaben Teilnehmer einer Studie 41 unterschiedliche Länder als ihre jeweils wichtigsten drei Ziele an. Durch die Digitalisierung und die Expansion in Schwellenmärkte wuchs diese Zahl in den letzten Jahren kontinuierlich an. Umfragen zufolge verschlägt es die meisten Fachkräfte in die USA, Großbritannien oder Australien, aber auch nach China oder Südamerika. Die beliebtesten Expatländer sind übrigens Bahrain, Taiwan und Ecuador. Für Frauen lässt es sich am besten in Tschechien arbeiten.

Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien stellen kulturell eine große Herausforderung für die Expatriates dar, weil Sicherheitsmängel oder Umweltverschmutzung das Wohlbefinden gefährden können.

Infobox: Braindrain

Von Talentabwanderung, auch Talentflucht oder Talentschwund gennannt, (auf  englisch human capital flight oder brain drain) spricht man bei Abwanderung des Humankapitals einer Gesellschaft oder Volkswirtschaft. 

Welche Jobs sind geeignet?

In der Regel handelt es sich bei Expats um hochqualifizierte und gut bezahlte Fachkräfte, die einen hohen Lebensstandard pflegen. Statistiken belegen, dass Führungskräfte in der Regel häufiger bereit sind, auszuwandern, um ihre Karriere voranzubringen. Dieses Phänomen bezeichnet man auch als „Braindrain“. Typische Expat-Berufe sind: Ingenieure, Lehrer, IT-Spezialisten, Ärzte, Anwälte, Manager sowie Banker und andere Finanzexperten.

Zurechtfinden in einer neuen Welt: Betreuung der Expatriates

Woman expats

Monate, Jahre oder sogar für immer? Unternehmensentsendungen ins Ausland dauern unterschiedlich lange, je nach Auftrag oder Projekt. „Doch was macht mein Partner in der Zwischenzeit?“, fragen sich viele Expats und das ist auch ein Grund, an dem viele Entsendungen scheitern. Denn während der Partner seine internationalen Geschäftsbeziehungen pflegt, muss auch der Rest der Familie Anschluss im neuen Umfeld finden. Kinder machen die Sache noch komplizierter, da die schulische Laufbahn und sprachliche Barrieren sowie die soziale Absicherung und Infrastruktur bedacht werden muss. Des Weiteren neigen viele Expats dazu, unter sich zu bleiben und in ihrer eigenen „Bubble“ zu leben. Sie haben ihren eigenen internationalen Freundeskreis bestehend aus anderen Expats, die Kinder gehen auf internationale (oder deutsche) Schulen, was zur Folge hat dass sie viel langsamer die Landessprache lernen. Diese Marktlücke haben einige Unternehmen genutzt und „Familienservices“ für Expatriates ins Leben gerufen.

Expats und der Stellenmarkt

Gerade bei Verwaltungs- und Buchhaltungsfragen ist es für die Entsandten oft schwer, sich im fremden Land zurechtzufinden. Deshalb gibt es Jobs, die sich nur damit beschäftigen, den Expats aus anderen Kulturkreisen ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, inklusive Möbelbeschaffung und Wohnungssuche.

Sucht man das Wort Expats auf dem deutschen Stellenmarkt, wird dann auch schnell klar, dass es sich bei den Stellenangeboten eher um die Betreuung und Lohnabrechnung von Expats bzw. Expatriates handelt, als um tatsächliche Expat-Stellen. Diese werden nämlich aufgrund der hohen Qualifikation oft intern vergeben. So ist es nicht verwunderlich, dass ein Großteil dieser Stellenanzeigen aus der Branche „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ (20 Prozent) stammt. Überraschend ist jedoch, dass Stellenanzeigen, in denen das Wort „Expat“ vorkommt, mit 31 Prozent am häufigsten von Personaldienstleistern veröffentlicht wurden.

Expat anzeige

Doch wie sieht es in Sachen Import auswärtiger Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt aus? Dafür haben wir uns die englischsprachigen Stellenanzeigen genauer angeschaut. Hier teilen sich die bevölkerungsreichsten Bundesländer mit den metropolitischen Stadtstaaten die ersten Plätze. Die meisten englischsprachigen Stellen wurden im ersten Quartal 2019 in Bayern ausgeschrieben, gefolgt von Berlin, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen. In Frankfurt am Mai wurden in diesem Zeitraum rund 4.000 Inserate in englischer Sprache veröffentlicht. Das macht einen Anteil von rund 63 Prozent der gesamten englischsprachigen Stellenangebote in Hessen aus.

Einmal etwas wagen! Risiken und Chancen des Arbeitens im Ausland

Der Wunsch, schneller Karriere zu machen, wird in den meisten Fällen übrigens nicht wahr. Im Gegenteil: Untersuchungen ergaben, dass Expatriates mitunter bei ihrer Firma in Vergessenheit geraten oder nach ihrer Rückkehr nicht mehr in ihre alte Position zurückkönnen. Trotzdem lohnt sich die Erfahrung immer, um den eigenen Horizont zu erweitern, Fremdsprachenkompetenzen zu erwerben und die Persönlichkeitsentwicklung voran zu treiben.

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